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Pfarrkirche von Mannebach bei Saarburg ist der Heiligen Anna gewidmet

Serie „Landmarken“, Teil 5 : Schmuckstück für eine weltberühmte Großmutter

Serie „Landmarken“: Das wohl auffälligste Wahrzeichen von Mannebach bei Saarburg ist der Heiligen Anna gewidmet.

Über den Dächern Mannebachs nahe Saarburg thront ein rötlicher Kirchenbau, der sofort ins Auge fällt. Grob behauener Buntsandstein gibt der Pfarrkirche Sankt Anna ihr auffälliges Äußeres. Den Eindruck des Ungewöhnlichen verstärkt ein Kirchturm mit offenem Glockenstuhl – eher bekannt aus südlichen Ländern.

Architekt Alexius Faure blieb beim Bau in Mannebach 1852/53 einigen Elementen der Neo­romanik treu. Bekanntere Vertreter dieses Baustils sind der Speyerer Dom und das Schloss Neuschwanstein. Doch in Mannebach zeigen sich auch schon Abweichungen von diesem Historismus. Außerdem wurden später Elemente wie das guss­eiserne Kruzifix über dem Eingang ergänzt. Faure war damals Kreisbaumeister in Saarburg. Unter anderem hat er noch die Kirchen St. Gangolf in Perl-Oberleuken und St. Margaretha in Perl-Besch entworfen. Eine internationale Karriere war ihm nicht beschieden, die regionalen Beispiele sind aber dennoch sehenswert.

Sankt Anna ist dabei schon allein durch die Lage ein Höhepunkt. Im Süden des Dorfs wurde auf einer Anhöhe ein Plateau geschaffen, das neben dem Sakralbau auch dem umgebenden Friedhof Platz bietet. Der Neubau ersetzte seinerzeit eine Kapelle, die erstmals im 16. Jahrhundert schriftlich erwähnt wird. Innen stammt die Ausstattung nun größtenteils aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Mit einer wichtigen Ausnahme: Der Hauptaltar wurde aus der vorherigen Pfarrkirche übernommen und nur etwas erweitert. Kernstück ist eine Darstellung der Heiligen Anna von 1680. Das Motiv zeigt „Anna selbdritt“: mit ihrer Tochter Maria und deren Sohn Jesus.

 Das auffällige Äußere der Pfarrkirche Sankt Anna, Wahrzeichen von Mannebach bei Saarburg, bestimmt grob behauener Buntsandstein. Sie entstand ab 1852 nach einem Entwurf des Architekten Alexius Faure.
Das auffällige Äußere der Pfarrkirche Sankt Anna, Wahrzeichen von Mannebach bei Saarburg, bestimmt grob behauener Buntsandstein. Sie entstand ab 1852 nach einem Entwurf des Architekten Alexius Faure. Foto: TV/Martin Recktenwald

Anna ist also die Großmutter Jesu. So selbstverständlich wie sich das anhört, ist es aber keineswegs. Denn während Jesus in römischen Quellen sogar als historische Person belegt ist und Maria zumindest in der Bibel großen Raum einnimmt, findet sich über Anna nicht einmal ein Satz im Neuen Testament. Erwähnt werden die Großeltern Jesu lediglich in Berichten, die ein gewisser Jakobus verfasste. Diese Schrift aus dem 2. Jahrhundert befasst sich mit der Geschichte vor der Geburt des Messias. Für diese Inhalte bürgt die römisch-katholische Kirche nicht als unbedingte Bestandteile der Glaubenswahrheit.

Dennoch hat sich Anna kirchenrechtlich anerkannt als Heilige erhalten. Ihr Gedenktag fällt gemeinsam mit dem ihres Ehemanns Joachim auf den 26. Juli. Anna-Darstellungen mit Tochter und Enkel waren im 16. Jahrhundert der absolute Renner. Besonders bekannt wurde ein Gemälde von Leonardo da Vinci. Insofern ist das Altarmotiv in Mannebach Ausdruck seines Zeitgeistes. Gesäumt wird der 1886 aufgestockte Hauptaltar heute von zahlreichen weiteren Heiligen-Figuren: Seitlich stehen Hubertus und Nikolaus, den unteren Säulenaufbau flankieren bewegte Figuren der Heiligen Perpetua und Felicitas. Maria hat einen eigenen Seitenaltar, der eine Kopie der Luxemburger Madonna aus dem 18. Jahrhundert enthält. Ins rechte Licht getaucht wird das Kircheninnere durch sechs bunte Dreifachbogenfenster. Die Glasmalereien wurden 1919 von der Firma Binsfeld erarbeitet und sind bis heute erhalten.

Weitere Fotos der Pfarrkirche gibt es online auf www.volksfreund.de

Hier geht es zur Bilderstrecke: Serie „Landmarken“: Pfarrkirche Sankt Anna in Mannebach bei Saarburg