Pferde traben durch die Tufa

Mit melodiöser und entspannter Musik von Jazz bis Latin begeisterte "Groove Improve" auf Einladung des Jazz-Clubs Trier mehr als 100 Zuhörer in der Tufa. Anders als bei vorherigen Auftritten wurde das Gitarrenduo diesmal von Kontrabass und Schlagzeug begleitet, was dem Sound belebende Akzente verlieh.

Trier. (ae) Dass man es bei "Groove Improve" mit zwei Virtuosen zu tun hat, machen schon die ersten Konzerttakte klar. Jonny Weber und Stephan Völpel steigen mit ruhigen Klängen ins Programm ein, die dank ausgefeilter Technik die Qualität eines klassischen Gitarrenkonzerts haben. Zwar ist hier von Groove noch nichts zu spüren, doch eine andere Stärke des Duos tritt kristallklar heraus, ein Händchen für Melodien mit Ohrwurmcharakter. Zusammengehalten wird der Wechsel zwischen den Leitthemen und stets harmonischen Improvisationen von einem treibenden Rhythmus, der mit Samba- oder Rumbaanklängen gerne aus lateinamerikanischem Fundus schöpft. Das geht zuweilen ab wie ein fahrender Zug oder galoppierende Pferde und findet sein Echo in wippenden Füßen und nickenden Köpfen der Zuschauer, die dem gemäß vor allem temperamentvollen Groove mit begeistertem Applaus honorieren. Daran, dass der sofort ins Blut geht, sind maßgeblich Kontrabassist Jan Oestreich und Schlagzeuger Michael Kreft beteiligt, die als Überraschungsgäste mit dabei sind. Und so kommen Stücke wie "Brazil" (zum Sommeranfang) oder "Crawling Al" richtig gut an. Insgesamt lädt die Musik von "Groove Improve", ob schnell oder langsam, zum Entspannen ein. Unter anderem mit der recht neuen Komposition "Couching", benannt nach (Un-)Tätigkeit auf gleichnamigem Sitzmöbel. Es fängt ganz gemütlich an, entwickelt sich genüsslich weiter, um schließlich in verebbenden Tönen buchstäblich einzuschlafen. Das bewegt einen Zuhörer zur treffenden Bilanz dieses Konzerts: "Richtig schöne Feierabendmusik".