Pflanzpaten für den Trierer Pferdemarkt gesucht

Stadtentwicklung : Pflanzpaten für den Trierer Pferdemarkt gesucht

Die optische Aufwertung der Verkehrsinsel mitten in Trier wird wohl deutlich bescheidener ausfallen, als die Ergebnisse eines Gestaltungswettbewerbs erhoffen ließen. Dabei setzt der Ortsbeirat vor allem auf Grün.

Seit einiger Zeit ist die Verkehrsinsel im Zentrum des neu gestalteten Trierer Pferdemarkts mit grauen Sitzsteinen möbliert. Zu Begeisterungsstürmen führt diese Platzgestaltung weder bei Anwohnern noch bei neutralen Beobachtern. Dabei war  der Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld seit 2015 sehr um eine ansehnliche Lösung bemüht. Mehrfach stand der Pferdemarkt im Mittelpunkt von Beiratssitzungen.

Man hatte einen  Gestaltungswettbewerb für Studierende der Hochschule (HS) Trier ausgeschrieben und 2000 Euro Preisgeld ins Ortsteilbudget eingestellt. Rund 40 Studierende des Fachbereichs Architektur nahmen die Herausforderung an. Das Ergebnis waren im Herbst 2017 zahlreiche Entwürfe mit interessanten Ideen, wie man dem Platz mehr Aufenthaltsqualität verleihen könnte (der TV berichtete).

Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren entschied sich die Jury 2018 für drei Gestaltungsideen. Den ersten Preis erhielt eine geschwungene Hallenstruktur über einem Teil der Insel, begehbar und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Sie sollte vom Verkehr ringsum abschirmen und sich auch für kleine Veranstaltungen eignen. Den zweiten Preis erhielt die Idee, den Platz mit runden Sitzelementen zu möblieren und die Fahrbahnen sowie die Bürgersteige als Platz farblich abzuheben. Den dritten Preis erhielt ein „Urban Garden“,  ein mit Nutzpflanzen besetztes  Stadt-Gartenbeet mit Sitzflächen innen und  Stützwand nach außen.

Allerdings stand zu dem Zeitpunkt schon fest, dass sich kein Entwurf eins zu eins werde umsetzen lassen. Man hoffte aber,  wenigstens Teile davon verwirklichen zu können.  Ortsvorsteher Heinrich im Herbst 2018: „Ich bin zuversichtlich, dass einige Anregungen aus den Entwürfen des Studentenwettbewerbs realisiert werden können.“ Eine  „Mischform“ oder Weiterentwicklung der Entwurfsergebnisse sei  denkbar. 20 000 Euro stellte der Beirat  für die Ausgestaltung in seinem Budget bereit.

Die Siegerentwürfe wurden schließlich von  Stadtplanungsamt, Tiefbauamt und dem Amt für Stadtentwicklung  auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und dann  als nicht realisierbar eingestuft. Vertreterinnen und Vertreter der Fachämter begründeten dies im Ortsbeirat wie folgt: Der Hallenentwurf (Platz eins) sei ein überzeugendes Konzept mit einer Überdachung, die dem Platz einen hohen Wiedererkennungswert gebe. Dagegen sprächen aber die Sichteinschränkung für den Verkehr und die mutmaßlichen Kosten im sechsstelligen Bereich.

Die Idee mit der Möblierung und den bunten Kreisen auf den Fahrbahnen ringsum  im  Fußgängerbereich sei nicht umsetzbar, da verkehrsrechtlich auf Fahrbahnen solche Farbmarkierungen nicht zulässig seien. Die dritte Idee mit kombinierten Bepflanzungen und Sitzmöglichkeiten wirkte in dieser Form eher als Barriere, die abgrenzend wirke, aber nicht einlade.

Vorgeschlagen wurde stattdessen, die vorhandenen Sitzsteine als „Test“ mit Pflanzkübeln zu kombinieren und dann über die Lokale Agenda Paten für die Bepflanzung zu suchen. Die Kosten mit etwa 250 Euro pro Kübel lägen im Rahmen des Ortsteilbudgets. Der Ortsbeirat griff den Vorschlag auf: Zunächst könne der Platz mit diesen einfachen Mitteln aufgewertet werden. Dazu sollte ein Pflanzkonzept entwickelt werden, das auch Zierpflanzen umfasse. An Tiefbau- und Grünflächenamt erging die Bitte, zunächst den Kostenaufwand dafür zu ermitteln.

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