Pflaster raus, Tempo 30 rein

Generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometern im Ortskern, Wechsel des Fahrbahnbelags von Pflaster zu Asphalt, Schwerlastverkehr raus - diese Forderungen hat der Gemeinderat Trierweiler aufgestellt.

Trierweiler. Einen dreistufigen Forderungskatalog für verkehrsberuhigende Maßnahmen hat der Gemeinderat Trierweiler einhellig verabschiedet. Darin wird der Landesbetrieb Mobilität (LBM) aufgefordert, kurzfristig die Geschwindigkeit im Ortskern durchgängig auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren. Derzeit gibt es dort abwechselnde Dreißiger- und Fünfziger-Zonen. Asphalt weniger lärmintensiv

Ferner soll mittelfristig der Pflasterbelag in der Kirchstraße und in Teilbereichen der Schulstraße (vor dem Altenheim) gegen einen Asphaltbelag ausgetauscht werden. Ein schalltechnisches Gutachten hat ergeben, dass die bundesweit geltenden Immissions-Grenzwerte zeitweise überschritten werden (der TV berichtete). In einem dritten Schritt spricht sich der Gemeinderat dafür aus, dass der Schwerlastverkehr aus dem Ortskern herausgehalten werden soll.Die Verkehrsbelastung von 3600 bis 3800 Fahrzeugen pro Tag werden in dem Gutachten zwar als moderat bezeichnet, aber die Geräuschpegel, die insbesondere vom Pflasterbelag herrühren, sind erheblich. Durch Tempo 30 könne der Lärmpegel von den gemessenen Tageshöchstwerten von 73,1 Dezibel um rund fünf Dezibel gesenkt werden, heißt es in dem Gutachten. Es wird empfohlen, die Fahrgeschwindigkeiten regelmäßig zu kontrollieren. Zusammengenommen könnten das Tempolimit und der Wechsel des Fahrbahnbelags von Pflaster zu Asphalt den Verkehrslärm um acht Dezibel mindern. Man stehe mit dem LBM in Abstimmungsgesprächen, sagt Werner Monzel, Leiter der Bauabteilung bei der Verbandsgemeinde (VG)-Verwaltung Trier-Land. Er kann sich vorstellen, dass ein Tempolimit schnell umgesetzt wird. Noch keine Bewegung sei in die Frage des Pflasteraustauschs gekommen. Noch kenne der Landesbetrieb das schalltechnische Gutachten des Büros "Firu" nicht.Trierweilers Ortsvorsteher Karl-Heinz Schneider ist optimistisch, dass der Forderungskatalog Stück für Stück umgesetzt wird. "Krönung" der Bemühungen um eine effektive Verkehrsberuhigung in Trierweiler sei es, den Schwerlastverkehr aus dem Ort herauszubekommen. Eine Reduzierung des LKW-Verkehrs fällt rein lärmtechnisch gesehen nicht so stark ins Gewicht. So hat das Gutachten ergeben, dass bei einer Schwerlast-Quote von 50 Prozent lediglich 1,8 Dezibel am Tag und 1,6 Dezibel in der Nacht "eingespart" werden können.Ortsbürgermeister Matthias Daleiden hatte die Lärmpegeluntersuchung und das Schall-Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem sich zunehmend Anwohner der Kirchstraße, insbesondere im Bereich der gepflasterten Steigungspassagen, über den zunehmenden Lärm beschwert hatten. Vor zehn Jahren hatten Bürger bereits mit einem offenen Brief auf den Missstand hingewiesen.