Pflegestudiengang an der Uni Trier entsteht im Rekordtempo

Trier · Die Uni Trier ist bald um eine wichtige Facette reicher: In Zusammenarbeit mit Trierer Krankenhäusern entsteht ein dualer Studiengang im Bereich Pflege. Angesichts der demografischen Entwicklung gilt dieser Ausbildungssektor als zukunftsträchtig.

Der neue Studiengang, der auf dem Petrisberg angesiedelt werden soll, bedeutet in doppelter Hinsicht eine Premiere: Er ermöglicht das erste duale Studium an der Uni Trier überhaupt und ist auch bundesweit einer der ersten, der parallel ein Uni-Studium im Pflegebereich mit einer praktischen Ausbildung im Krankenhaus verbindet - genau das macht die Dualität aus.

Angesichts permanent steigender Herausforderungen im Berufsfeld Pflege brauche man "Leute, die von der Ausbildung her einen breiten Überblick haben", sagt Markus Mai, stellvertretender Pflegedirektor im Brüderkrankenhaus. Er denkt dabei aber nicht an Manager, die vom Schreibtisch aus agieren, sondern an "am Pflegebett ausgebildete Kräfte", die sich über das Studium eine umfassende Qualifikation verschaffen.
Das entspricht auch den Studienplänen, die man an der Uni entwickelt hat. Die Akkreditierungsverfahren für die Studiengänge stehen kurz vor dem Abschluss - man hat in Rekordtempo agiert, um zum Wintersemester 2014 beginnen zu können. Zwei Professorenstellen werden dieser Tage ausgeschrieben, das Wissenschaftsministerium hat sein Plazet erteilt. Die eine, von der Nikolaus-Koch-Stiftung finanziert, hat ihren Schwerpunkt im Bereich klinische Pflegewissenschaft. Für die andere im Fach Gesundheitspsychologie rechnet man mit erklecklichen Zuschüssen aus dem Hochschulpakt.

Uni-Präsident Michael Jäckel ist sichtlich stolz darauf, wie man die Zeichen der Zeit erkannt und das nicht unkomplizierte Projekt geschultert hat. Auch wenn das Tempo der Einrichtung des Studiengangs an der Uni auch zu mancherlei Gegrummel geführt hat. Aus den 30 Studenten, die 2014 anfangen können, dürften bald 100 werden. Den Rest regeln Angebot und Nachfrage.

Offen ist noch die Finanzierung des praktischen Ausbildungsteils in den Kliniken. Gespräche mit den Kassen laufen, aber Landes-AOK-Chef Walter Bockemühl weist darauf hin, dass es nicht Aufgabe der Kostenträger sei, Studienplätze zu finanzieren. Er fordert, das Land solle "klare gesetzliche Grundlagen schaffen".
Mit der Entscheidung für den neuen Studiengang liegt die Uni Trier im Trend. Auch die private Cusanus-Hochschule, die im kommenden Wintersemester in Bernkastel-Kues öffnen soll, wird einen Fachbereich Pflegewissenschaften haben.

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