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Pierre spricht nur französisch

Pierre spricht nur französisch

Eine Puppe, die nur französisch spricht, und ein blau-weiß-roter Raum, in dem es immer um Sprache und Kultur des Nachbarlandes geht: Die Trierer Kita St. Monika ist für ihr bilinguales Konzept ausgezeichnet worden. Dazu gehören auch Crêpes und Königskuchen.

Trier. Kuscheltiere, Fahrräder und tobende Kinder: So sieht der Alltag in jeder Kindertagesstätte aus. Doch etwas ist außergewöhnlich in der Kita St. Monika: Pierre, die Handpuppe der Französischkraft und Erzieherin Cécille Müller, bringt den Kindern die "Sprache ihrer Nachbarn" bei. Nach Lernniveau eingeteilt, haben die Kinder rund 30-minütige Französischstunden - in einem farblich angepassten blau-weiß-roten Raum.
Kommission zeichnet Kita aus


Eine deutsch-französische Expertenkommission des Netzwerks "Bilinguale Kindertageseinrichtung - Elysee 2020" hat die Kita St. Monika nun für ihr selbst entwickeltes bilinguales Konzept mit der Französisch-Fachkraft, dem eigenen Französisch-Raum und einer Qualitätssicherung durch spätere Evaluation ausgezeichnet.
Die Französischstunde wird mit einem Begrüßungslied eröffnet. Dann werden Themen wie Jahreszeiten oder Feiertage spielerisch behandelt. Kinder und Erzieherin backen Crêpes oder den Königskuchen zum sechsten Januar, in dem eine Figur versteckt ist. "Für Dreijährige ist es oftmals eine ganz neue Dimension, wenn sie verstehen, dass es noch eine andere Kultur gibt", sagt Renate Scherer, die Leiterin der von den Barmherzigen Brüdern getragenen Kita.
Die in Paris aufgewachsene Cécille Müller übernimmt in dem Konzept die Rolle der Französischlehrerin und hat zusammen mit Leiterin Scherer das Konzept erarbeitet. Die Kernpunkte seien "Regelmäßigkeit, Strukturiertheit und Verankerung" sagt Scherer.
Mit Hilfe von Pierre wird die andere Kultur, aber vor allem die neue Sprache vermittelt. "Pierre spricht immer nur französisch", sagt Scherer. Wer sich mit ihm unterhalten möchte, muss französisch reden und verstehen können, was er sagt. Inhalte und Kontexte der Sprache vermitteln Pierre und die Erzieherin durch Rollenspiele, an denen die Kinder mit großer Freude teilnehmen. Im Vordergrund stehe die richtige Mischung aus "Toben und Lernen", sagt Scherer. Kurz vor dem Schuleintritt der Kinder wird ein Evaluationsbogen ausgefüllt, um den Lernerfolg zu überprüfen und so die Qualität des bilingualen Konzepts sicherzustellen.
Kita-Leiterin Renate Scherer freut sich über die Auszeichnung der Expertenkommission: "Das ist eine schöne Bestätigung für unser Konzept."