Pilger bringen das Licht

Großer Rahmen für das Großereignis am Sonntag, 24. Februar: Zur Weihe des neuen Altars von St. Matthias durch Magdeburgs Bischof Gerhard Feige werden auch Pilger aus Nordrhein-Westfalen erwartet.

Trier-Süd. (r.m.) Abt Ignatius Maaß stammt zwar aus dem Saarland, beherrscht aber auch den volkstümlichen trierischen Sprachgebrauch. Er rechnet mit "Milliuunen Leut", die dem außergewöhnlichen Großereignis am Sonntag beiwohnen werden. Übersetzt heißt das: Die Matthias-Kirche dürfte voll besetzt sein, wenn dort erstmals seit 1922 wieder eine Altarweihe stattfindet. Vor 86 Jahren bot die Rückkehr der 1802 von Napoleon vertriebenen Benediktinermönche in ihr altes Domizil den Anlass zur Weihe. Diesmal geht es um den ganz neuen Altar, der in der vergangenen Woche aufgestellt worden ist.Der Termin ist mit Bedacht gewählt. Der 24. Februar ist der Festtag des Apostels Matthias, dessen Gebeine in der Krypta der Trier-Süder Pfarr- und Abteikirche ruhen. Der Gottesdienst am Matthias-Tag ist traditionsgemäß ein Pontifikal-Amt, zelebriert also von einem Bischof. Deshalb schien im vergangenen Herbst völlig klar, dass der Trierer Oberhirte Reinhard Marx den vom Niederbreitbacher Bildhauer Hans Rams aus belgischem Granit gestalteten Altar weihen würde. Doch dann machte Marx' kurzfristige Berufung zum Erzbischof von München-Freising einen Strich durch die Rechnung. Auf der Suche nach einem "Ersatzmann" trafen die Mattheiser Mönche eine gute Wahl. Die Altarweihe wird Gerhard Feige (56), der Bischof von Magdeburg, vornehmen. "Damit bekommt Partnerschaft neuen Ausdruck", betont Abt Ignatius. Zum einen liegt das Kloster Huysburg, mit dem die Trierer Benediktiner "eine Gemeinschaft an zwei Orten" bilden, im Bistum Magdeburg. Zum anderen reichen die Wurzeln der partnerschaftlichen Verbindung der katholischen Jugend Trier mit Magdeburg bis 1948 zurück.Flammen auf dem Altar

Der am Sonntag um 10 Uhr beginnende Festgottesdienst unterscheidet sich nicht nur wegen seiner Länge von gut anderthalb Stunden von einer "normalen" Messe. Er wird durch Zeichen und Riten ausgeschmückt: Die Besprengung mit Wasser und die Salbung mit Chrisam machen den Altar zum Symbol Christi; außerdem werden darauf Flammen entzündet und Weihrauch verbrannt. Im eigentlichen Sinne erfolgt die Weihe durch die Feier der Eucharistie und ein besonderes Gebet.An der Gestaltung des Festgottesdienstes wirken auch eigens aus Nordrhein-Westfalen anreisende Pilger und Angehörige der dortigen Matthias-Bruderschaften mit. Sie bringen Kerzen zum Altar und zünden sie feierlich an.Der Messe schließt sich ein Empfang im Pfarrzentrum an. Abt Ignatius: "Der Tag der Altarweihe ist ein großer Tag für St. Matthias. Wir freuen uns, ihn mit vielen Gästen feiern zu können." Der erwartet große Andrang dürfte sich auch finanziell auswirken: Die Kollekte am Sonntag findet gewissermaßen "in eigener Sache" statt. Das Geld soll in die noch ausstehenden Renovierungsmaßnahmen fließen. Rund 2,2 Millionen Euro sind seit 2003 in die überfällige Innen-Restaurierung und Gestaltung des 850 Jahre alten Gotteshauses geflossen. Nun stehen zunächst noch kleinere Arbeiten wie die Erneuerung der Seitenaltäre aus. Der eigentliche zweite Bauabschnitt mit dem Anstrich des Kirchen-Inneren wird wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Die Kosten des Projekts betragen rund 850 000 Euro und sind zurzeit nicht finanzierbar.