Pilgern mit dem Bischof

Ich muss gestehen: So richtig katholisch bin ich nicht. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich bin zwar Katholik, aber eben eher ein rheinischer. Sie wissen immer noch nicht, was ich meine?! Also, um es mal deutlich zu sagen: Ich bringe es durchaus fertig, sonntags den Gottesdienst zu verpassen und stattdessen in der Kneipe neben der Kirche gemütlich eine Porz Viez zu trinken.

Was regelmäßig dazu führt, dass zwischen Bärbel und mir für den Rest des Tages Funkstille herrscht, was auch nicht immer schlecht ist. Aber lassen wir das. Wenn unser neuer Bischof heute durch Trier-Süd pilgert, bin ich jedenfalls mit dabei. Ich habe sogar schon beim Bi stum angerufen und mich als offizielle Begleitperson angeboten. Warum? Das haben mich die Leute vom Bistum auch gefragt. Dabei liegt die Antwort doch wirklich auf der Hand: Niemand kennt die bischöfliche Pilgerstrecke schließlich besser als ich. Wenn Bischof Stephan Ackermann aus der Herz-Jesu-Kirche herauskommt, liegt dort gleich an der Ecke zur Nikolausstraße das "Funky Abbey", eine wirklich nette Cocktailbar. Habe schon mit der Chefin klargemacht, dass sie heute ein bisschen früher aufmacht - wegen des hohen Besuchs. Ein bisschen weiter Richtung Saarstraße folgen Nikolausstübchen und Eberhardklause. Bei Kätchen kann man auch gut kickern. Ich werde dem Bischof vorschlagen, dass wir danach im Saarbrücker Eck gemütlich einen Döner essen. Sollte Stephan Ackermann dann noch Lust auf einen weiteren Boxenstopp haben, könnte ich das Bimbam empfehlen. Der Kneipenname erinnert mich immer ans Glockenläuten. In die Abtei St. Matthias, das habe ich den Leuten vom Bistum schon gesagt, kann ich leider nicht mehr mitkommen: samstagnachmittags treffe ich mich mit meinen Stammtischbrüdern immer zum Skat.