Pipeline für die Region mit Wasser und Energie

Energie : Pipeline der Region mit Wasser und Energie

Mit sieben Millionen Euro fördert das Land die Versorgungstrasse sowie Projekte der Stadtwerke Trier und der Verbandsgemeinde Konz.

Umweltministerin Ulrike Höfken hat gute Nachrichten im Gepäck: Förderbescheide über insgesamt gut sieben Millionen Euro für drei Projekte der  Wasserwirtschaft in der Region. Am meisten erhalten mit fast sechs Millionen Euro die Landwerke Eifel für zwei Bauabschnitte des Regionalen Verbundsystems Eifel, der sogenannten Eifel-Pipeline.

Die Landwerke Eifel verbinden künftig die nordrhein-westfälische Olef-Talsperre bei Hellenthal (Kreis Euskirchen) mit der Riveris-Talsperre (Kreis Trier-Saarburg) mit einer Trinkwasserleitung, die 245 000 Menschen versorgen wird. Durch den Höhenunterschied von rund 450 Metern sollen darüber hinaus noch vier Wasserturbinen Strom erzeugen. Außerdem werden neben der Trinkwasserleitung auch Erd- und Biogasleitungen sowie Glasfaserkabel durch die Eifel verlegt. Das regionale Biogas soll gesammelt, zentral aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Über die Hälfte des 120 Kilometer langen 100-Millionen-Euro-Projekts sind bereits gebaut. Hinzu kommen nun dank des Förderbescheids des Umweltministeriums auf der Nord-Süd-Trasse die Leitungen vom Hochbehälter Sauerberg bei Ehlenz bis nördlich von Bitburg sowie auf der Ost-West-Trasse Erweiterungen und Spülbohrungen zwischen Ingendorf und Preist.

Joachim Streit, Landrat von Bitburg-Prüm und Verwaltungsratsvorsitzender der Landwerke Eifel, erklärt: „Unser Projekt verbindet die Sparten Trinkwasser und Energie auf eine neue Art und Weise. Mit der Vernetzung und der Kopplung der unterschiedlichen Sektoren sind die Projektpartner an der Spitze der Entwicklung, erneuerbare Energie passgenau und regional zu erzeugen und zu speichern.“

Neben den nächsten beiden Bauabschnitten der Eifel-Pipeline geht Fördergeld in Höhe von 572 500 Euro an ein Abwasserprojekt der Stadtwerke Trier (SWT). Hier soll ein rund zehn Kilometer langer Druckkanal vom Klärwerk Ehrang zum Trierer Hauptklärwerk gebaut werden. Das Werk in Ehrang sei in die Jahre gekommen. Daher solle das gesamte Abwasser im energieautarken „Vorzeige-Klärwerk“ gesammelt werden, erklärt Ministerin Höfken.

Steffen Maiwald, kaufmännischer SWT-Vorstand, fügt hinzu, dass mehr Klärschlamm im Werk auch mehr Potenzial zur Energieerzeugung bedeute. „Unser Ziel ist es, mit der Überschussenergie des Klärwerks ein CO2-neutrales Gewerbegebiet für die technischen Betriebe der Stadt und der Stadtwerke zu entwickeln.“

Zuletzt wird noch ein Förderbescheid in Höhe von 838 500 Euro an die Verbandsgemeinde Konz vergeben. Hier soll die Trinkwasserversorgung der Bürger vor allem an der Obermosel mit einer Verbindungsleitung vom neuen Hochbehälter Fellerich und der Fernleitung Wellen-Nittel nachhaltig gesichert werden. Durch den Höhenunterschied soll viel Energie für den Wassertransport eingespart werden. „Dadurch erfüllt das Projekt Standards der Nachhaltigkeit“, erklärt Joachim Weber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz.

Umweltministerin Ulrike Höfken lobt die Betreiber für ihre „ambitionierte Umsetzung der Energiewende. Sinkende Grundwasserneubildung, zunehmende Hitzewellen und sterbende Bäume lassen Klimaschutz auch in Rheinland-Pfalz zur Existenzfrage werden. Auf allen Ebenen muss daher gehandelt werden.“

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