1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Pizzabote wird zum Fernsehstar

Pizzabote wird zum Fernsehstar

Die ARD-Sendung Verstehen Sie Spaß kam am Samstag wohl das letzte Mal aus Trier. Über vier Millionen Zuschauer sahen die Live-Show aus der Arena. Heimlicher Star war ein Pizzabote.

Der Gag ist zwar nicht neu. Aber immer noch originell: Pizza bestellen während einer Live-Show. Guido Cantz, Moderator von Verstehen Sie Spaß?, hat sich genau den Spaß am Samstag in der Live-Sendung aus der Arena Trier erlaubt. Um Viertel nach zehn bestellte er per Handy eine Pizza. Knapp eine Viertel Stunde später kam der Bote, der werbewirksam mit dem Namen der Pizzeria, die gerade mal fußläufig zehn Minuten von der Arena entfernt ist, mit dem Warmehaltekarton und acht Pizzen in die Halle. Und er setzte sich dann gleich auf das Sofa, auf dem die Gäste der Sendung saßen. Und hat sich sichtlich wohlgefühlt neben dem Comedian Paul Panzer und der Brasilianerin Fernanda Brandão. Egal ob der Gag vorher mit der Pizzeria abgestimmt gewesen war oder nicht. Ihr Ausfahrer ist zum heimlichen Star der Show geworden. "Der Pizzabote ist einfach nur klasse!" oder "So cool der Typ", lauteten anschließende die Kommentare auf der Facebook-Seite der Sendung. ARD-Moderator und neuerdings auch Sänger Reinhold Beckmann und Paul Panzer aßen ihre Pizza auf dem Sofa, jeder mit einem Porz in der Hand. Ob sich darin typisch Trierer Viez befand, ließ sich bis gestern nicht herausfinden.

Die Stimmung in der Halle war gut. Vor allem als die Chanty-Rocker der Band Santiano die Arena rockten, standen die rund 2000 Zuschauer, darunter auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihr Ehemann, Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen - und das ohne, dass der Vorklatscher sie, wie etwa zu Beginn der Sendung, dazu aufgefordert hatte. Auch das Hamburger Frauen-Quartett Salut Salon, begeisterte das Publikum. Die vier Vollblutmusikerinnen zeigten, dass mit Klavier, Cello und zwei Geigen klassische Musik durchaus witzig und akrobatisch vorgeführt werden kann. Gewöhnungsbedürftig hingegen der Auftritt des Sportexperten Beckmann mit seiner Band, mit der er seit zwei Jahren tourt. Seine Hymne an Bremen, mit der die über zweieinhalbstündige Sendung zu Ende ging, wirkte irgendwie genauso schwülstig wie viele der Interviews von Beckmann.

Auch einige der Versteckte-Kamera-Filmchen waren arg langatmig, etwa die Verlade von Beckmann mithilfe eines Stimmenimitators, der ihn glauben machte, mit Franz Beckenbauer oder Niki Lauda zu telefonieren. Auch der Gag mit einem voll Wasser gelaufenen Cabrio und der Schauspielerin Christine Neubauer als Lockvogel wirkte wie schon mehr als einmal in der ein oder anderen Variante gesehen. Trotz allem bot die Sendung aus Trier wieder mal familientaugliche Samstagabendunterhaltung. Immerhin 4,8 Millionen Zuschauer schalteten bei der letzten Sendung der Show aus Trier ein. "Kein Wunder, dass die nicht mehr aus Trier senden", meinte ein Zuschauer und fächerte sich frische Luft zu. Und meinte damit, wie immer nach etwas höheren Außentemperaturen, große Hitze in der nicht klimatisierten und durch die zahllosen Scheinwerfer aufgeheizte Arena. Ob es nach der einzigen in der Halle produzierten Fernseh-Show eine andere aus Trier geben wird, steht noch nicht fest. wie