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Plätzchen zur "Notte di natale"

Plätzchen zur "Notte di natale"

Für viele gehört das Konzert "Musik bei Kerzenschein" in der Trierer Welschnonnenkirche inzwischen zum Advent wie die Kerzen auf den Kranz. Auch in diesem Jahr war an den zwei Abenden das kleine Gotteshaus in der Flanderstraße vollbesetzt, als der Förderverein zum "Plätzchen-Konzert", wie die Veranstaltung intern genannt wird, einlud.

Trier. Es ist diese besondere Atmosphäre der fast ausschließlich von Kerzen erleuchteten Kirche, in der der gewaltige Altar einen ganz besonderen Glanz erhält, kombiniert mit weihnachtlicher Musik und natürlich nicht zuletzt auch das Angebot von Glühwein und hausgebackenen Plätzchen, die die Konzerte "Musik bei Kerzenschein" in der Welschnonnenkirche immer wieder sehr anziehend machen.

In diesem Jahr hatte Domorganist Josef Still das Konzert zusammen mit Trierer Philharmonikern - den Geigern Lea Kottner und Petar Entchev, der Cellistin Ursula Heckmann und dem Flötisten Mandryka Müller - unter die Überschrift "Concerto per la notte di natale" gestellt, eine Anleihe bei Arc angelo Corellis berühmtem Weihnachtskonzert, Opus 6 Nr. 8. Es waren ausschließlich Werke italienischer Meister, die sich auf dem Programm fanden, angefangen bei Antonio Vivaldi über Tomaso Albinoni und Giovanni Battista Pergolesi bis eben zu Corelli, mit dem das Konzert beschlossen wurde.

Mit der Auswahl der Mitwirkenden war Still auf Nummer sicher gegangen, hatte Musiker ausgewählt, auf die er sich verlassen konnte.

Das Quintett bot eine ganz herkömmliche Art des Musizierens, ohne Experimente, ohne überzogene Tempi, ohne kratzigen, rauen Klang. Dafür aber mit Engagement, mit Spaß an der Sache und gut aufeinander eingestellt. Müller konnte in Vivaldis Concerto "La Notte" mit ausdrucksstarkem und doch anschmiegsamem Ton überzeugen, das Duo Kottner/Entchev mit gekonnter Tempo-Gestaltung in Vivaldis Concerto d-Moll und in Pergolesis Triosonate Nr. 3 G-Dur. Solistische Aufgaben fielen Heckmann nicht zu, jedoch bildete ihr Cello-Spiel einen absolut verlässlichen Boden für die Musik ihrer Partner.

Publikum zeigt sich begeistert



Mit zwei Orgelwerken ergänzte Still das Programm. Während die C-Dur-Sonate von Pietro Pompeo Sales, einem kurtrierischen Hofkapellmeister italienischer Abstammung, sich sehr gut in den Gesamtablauf einfügte und auch exzellent zur Stummorgel der Welschnonnenkirche passte, machte das berühmte Adagio von Albinoni in seiner Orgelbearbeitung eher einen fast kitschigen Eindruck. Dies tat aber der Begeisterung des Publikums keinerlei Abbruch.