Planerisches Armutszeugnis

Werner Kreutz beklagt jenen "Unfug", den sich Triers Stadt- und Verkehrsplaner bei der Schaffung einer ebenerdigen Querung zwischen Paulinstraße und Porta Nigra geleistet haben. Das ist noch höflich ausgedrückt angesichts dessen, was dem nicht motorisierten oder gar beeinträchtigten Verkehrsteilnehmer dort geboten wird.

Eindrucksvolles Beispiel der offenkundigen Fehlplanung: Wer aus Richtung Hauptbahnhof zu Fuß, im Rollstuhl, mit dem Kinderwagen oder auf dem Fahrrad zur Porta Nigra gelangen will, sollte nicht den ansprechenden - weil begrünten und in sicherem Abstand zum Autoverkehr verlaufenden - Rad- und Fußweg zwischen Christophstraße und Theodor-Heuss-Allee, also inmitten des Alleenrings, einschlagen; es sei denn, er oder sie wollen unbedingt durch die nach wie vor vorhandene, inzwischen noch tristere Unterführung hindurch. Diese soll aber - so zumindest hat es vor einigen Jahren Tourismusdezernetin Christiane Horsch angeregt - dereinst in eine Fahrradtiefgarage umgewandelt werden, was wiederum ein Fortschritt in einer der nachweislich velofeindlichsten Städte der Republik wäre, zugleich aber die Frage nach einem langfristigen Gesamtkonzept aufwirft. Dass man eine längst überfällige Querung zwischen Paulinstraße und City schuf, ohne zugleich eine ebenerdige Verknüpfung zwischen nordseitigem Porta-Vorplatz samt Rad- und Fußweg in Richtung Mosel und dem Alleenring zu realisieren, ist ein verkehrsplanerisches Armutszeugnis erster Güte. Man darf nun gespannt sein, was uns bei der Umgestaltung von Margaretengäßchen und Simeonstraßen-Abschnitt an der Porta Nigra erwartet, wenn dort keine Busse mehr verkehren werden. Höchste Zeit für eine durchgreifende Veränderung des gesamten Porta-Umfelds, insbesondere stadtseitig, ist es allemal. Denn dass Triers imposantes Wahrzeichen ein derartiges Rand- und Schattendasein fristen muss, ist an sich schon eine Schande und ein weiterer Ausdruck für das hiesige Unvermögen, kulturhistorisches Erbe angemessen in Szene zu setzen. Marcus Stölb, Trier