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Planung für Solaranlage spaltet Ortsbeiräte

Planung für Solaranlage spaltet Ortsbeiräte

Ein Thema hat sie zusammengeführt, die Ortsbeiräte der Trierer Stadtteile Kürenz, Olewig und Tarforst: die geplante Photovol taik anlage auf dem Petrisberg. Einigkeit über das Projekt herrschte dennoch nicht in den Gremien.

Trier-Kürenz/-Olewig/-Tarforst. Es war geradezu eine historische Stunde. Denn zum ersten Mal haben sich die drei Ortsbeiräte aus Kürenz, Olewig und Tarforst zu einer gemeinsamen Sitzung im großen Rathaussaal zusammengefunden. Grund ist ein Thema, das all drei Ortsteile betrifft: der Plan, auf dem Petrisberg eine Photovoltaikanlage zu errichten. Dafür ist die 60. Flächennutzungsplanänderung und die Aufstellung des Bebauungsplans BU 23 Photovoltaikanlage Petrisberg nötig.

Zu entscheiden hatten die drei Ortsbeiräte nun über die öffentliche Auslegung des Planes. Die Photovoltaikanlage werde sich auf Tarforster Gebiet befinden, unmittelbar daran grenzen die Bezirke Kürenz und Olewig an, erläuterten die Ortsvorsteher Bernd Michels (Kürenz), Petra Block (Olewig) und Anne Weines (Tarforst). Wichtig sei gerade deshalb, die Nachbarstadtteile zu beteiligen, sagte Michels. Mitarbeiter des städtischen Planungsamtes standen den insgesamt 38 Ratsmitgliedern Rede und Antwort.

Wohl wegen Altlasten habe sich die Fläche einer ehemaligen Müllkippe nie als Wohngebiet geeignet, sagte Stadtplaner Stefan Leist. Obwohl das Gebiet zu zwei Dritteln der Stadt gehöre, werde die Kommune lediglich als Verpächter auftreten und Errichtung und Betrieb der Anlage einem Investor überlassen. Nebeneffekt: Das Projekt verursacht keine Unkosten, sondern bringt Erlöse ein, auch wenn diese nicht zu einer Generalsanierung des städtische Haushalts führen werden. Die Stadtwerke Trier und der Bürgerservice träten als Kooperationspartner auf, sagte Leist. Ein mitten durch die einzuzäunende Fläche führender Trampelpfad werde wegfallen, nicht aber die BMX-Freizeitanlage am talwärts gelegenen Ende der Fläche. Das übrige Gelände werde sich nicht verändern, argumentierten Befürworter der Anlage. Selbst wenn Flächen benötigt würden, würde der Unicampus davon nicht tangiert. Argument der Gegner: Auf der ehemaligen Müllkippe sei ein Biotop entstanden, das durch die Errichtung der Photovoltaikanlage zerstört würde.

EXTRA

DAS ABSTIMMUNGSERGEBNIS



Tarforst: Für die Anlage sprachen sich zehn Ratsmitglieder aus. Mit Nein stimmten vier (eine Enthaltung); Kürenz: Die Photovoltaikanlage wurde mehrheitlich wie folgt abgelehnt: Fünf dagegen, vier dafür (zwei Enthaltungen): Olewig: Zehn Ratsmitglieder sprachen sich für die Anlage aus. Zwei votierten dagegen.