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Planungen für Einkaufszentrum in Trier stocken - Investor ECE will keine Vereinbarung mehr

Planungen für Einkaufszentrum in Trier stocken - Investor ECE will keine Vereinbarung mehr

Der Einkaufszenter-Entwickler ECE will derzeit keine Entwicklungsvereinbarung zum Bau eines Shopping-Centers an der Europahalle mehr mit der Stadt Trier abschließen. Gestorben ist das Projekt für die Hamburger aber nicht.

Die Pläne waren im Frühjahr das große politische Thema in der Stadt: Die zum Otto-Konzern gehörende Entwicklungsgesellschaft für Einkaufscenter ECE aus Hamburg will bis zu 250 Millionen Euro in Trier investieren, um damit ein Einkaufszentrum zu errichten. Ins Auge gefasst hatte die ECE, die bereits über 180 Einkaufszentren gebaut hat und viele davon noch selbst betreibt, vor allem den Bereich rund um die städtische Europahalle, deren Verpachtungsverträge 2017 auslaufen. Oberbürgermeister Klaus Jensen und sein Stadtvorstand präsentierten der überraschten Öffentlichkeit und dem Stadtrat eine unterschriftsreife Entwicklungsvereinbarung, die nicht nur den Bereich zwischen Europahalle, Theater und Rathaus, sondern auch den Bereich zwischen Kaufhof, Karstadt und Treveris-Passage umfasste. Für diese beiden Pole der Fußgängerzone wollte die Verwaltungsspitze städtebauliche Planungen machen - exklusiv zusammen mit ECE. Dieses Vorgehen war auf heftige Kritik von Einzelhandel und auch von den Trierer Parteien gestoßen, der entsprechende Stadtrats-Beschluss wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. Nun sagt Gerd Wilhelmus, zuständiger Geschäftsführer der ECE Development GmbH auf Anfrage dem TV: "Von einer Entwicklungsvereinbarung wollen wir zum derzeitigen Zeitpunkt Abstand nehmen." Das habe er OB Klaus Jensen auch schriftlich mitgeteilt. Die ECE wolle abwarten, was bei den von Jensen angekündigten Arbeitsgruppen herauskomme. "Die Stimmungslage ist politisch ja nicht so, dass man in Trier schnell eine Entscheidung treffen wird", vermutet Wilhelmus.

In der Entwicklungsvereinbarung sollte es um die Art und die Größe möglicher Bebauung gehen, also beispielsweise darum, ob Trier dort Wohnungen, Gewerbe, Grünflächen oder Platz für kulturelle Nutzung braucht. Diese Vereinbarung sollte exklusiv mit ECE abgeschlossen werden, weil die Hamburger mit Plänen für ein Einkaufszentrum im Bereich Europahalle auf die Stadt zugekommen waren. Part der ECE sollte sein, zu prüfen, welche Gewerbeentwicklungen an den beiden Standorten wirtschaftlich sinnvoll wären. Am 3. Juli sollte der Stadtrat ursprünglich darüber entscheiden, nach der heftigen Kritik von Handel und Stadtratsfraktionen wurde die Entscheidung ohne Termin vertagt.

Beerdigt ECE seine Pläne für Trier nun komplett? "Nein", sagt Manager Wilhelmus. Man habe nach wie vor Interesse am Standort Europahalle und sei "so aufgestellt, dass wir unsere Interessen wahren können, wenn es dort zu einer Entwicklung kommt."

Der Handel darf mitreden, Investor ECE nicht