Planungen für zweites Gleis nach Luxemburg laufen

Planungen für zweites Gleis nach Luxemburg laufen

Bis 2014 könnte die Bahnstrecke zwischen Igel und luxemburgischer Grenze zweigleisig sein. In diesem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, teilte der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster mit.

Trier. Es ist ein weiterer Schritt zum zweigleisigen Ausbau des rund zwei Kilometer langen Teilstücks zwischen Igel (Trier-Saarburg, siehe Grafik, rote Linie) und der luxemburgischen Grenze: Noch in diesem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren für das 19-Millionen-Euro-Projekt beginnen, teilte der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster mit.
In diesem auf 14 Monate festgelegten Verfahren werden die Einwände betroffener Bürger und Behörden erörtert. Kaster betrachtet das zwar nur als einen "formalen" Akt. Doch könnte es durchaus sein, dass sich im Laufe des Verfahrens berechtigte Einwände ergeben, etwa was den Naturschutz angeht. Dann könnte es zu einer Verzögerung des gesamten Projektes kommen.
Ohne eine solche Verzögerung soll das seit Jahren geforderte zweite Gleis auf der Strecke bis 2014 gebaut sein. Allerdings wohl nur, wenn die Strecke mehrere Monate voll gesperrt wird. Laut Kaster lehnen Deutschland und Luxemburg das jedoch ab. Die Bahn überarbeite daher derzeit ihre Planungen.
Noch im März hatte Kaster mitgeteilt, dass der Ausbau sogar bereits 2013 beendet sein könnte. Zwar hält der CDU-Politiker dieses Ziel noch immer für machbar. Realistisch scheint es jedoch nicht zu sein. Zumal die Finanzierung des Projekts noch nicht steht. Luxemburg hatte zugesagt, sich mit acht Millionen Euro an dem Ausbau zu beteiligen, der Bund schießt zehn Millionen Euro zu, vom Land soll eine Million Euro kommen. Laut Kaster soll die Absichtserklärung des Bundesverkehrsministeriums über die finanzielle Beteiligung des Großherzogtums noch in diesem Jahr unterzeichnet werden. Derzeit fänden Gespräche zwischen den beiden Ländern statt, sagte Kaster. Er selbst will sich demnächst mit der luxemburgischen Botschafterin in Berlin treffen und das Thema erneut ansprechen. Auch soll ein gemeinsames Gespräch von Kaster und der Botschafterin mit Bahnchef Rüdiger Grube geplant sein. Erst wenn die Absichtserklärung unterzeichnet ist, folgen laut CDU-Politiker die konkreten Finanzierungsverträge zwischen Bund, Land und Bahn. Auch wenn es jetzt "vorangehe", dauere die Umsetzung des Projektes zu lange, kritisiert Kaster. Bereits 2007 sagte der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bei einem Besuch in Trier zu, dass das zweite Gleis bis 2012 gelegt sei. Die Planungen der Bahnen wurden dann aber gestoppt, weil das Bundesverkehrsministerium keinen Nutzen mehr in dem Ausbau sah. Experten gehen ohnehin davon aus, dass ein zweites Gleis keinen echten zeitlichen Gewinn bringt. Erst nach der Zusage aus Luxemburg hatte das Projekt wieder eine realistische Chance. wie

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