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Platt-Kolumne von Josef Marx im Trierischen Volksfreund

Platt-Kolumne : Sport im Garten?

E Laaf haonn oder Laaf haonn. Laaf, ein trierisches Wort, das nichts mit sich selbst zu tun hat. E Laaf haonn, einen Lauf haben, eine Sache gelingt ohne weiteres Zutun. Auch einem önn de Laaf kommen. Jemandem zufällig begegnen.

Laaf haonn kommt aus einer ganz anderen Ecke daher, aus der Richtung Hecke. Laaf haonn, Laub im Garten haben. Laaf schären ist im Herbst angesagt. Laub zusammenfegen ist nicht immer eine freudvolle Tätigkeit.

Für laufen kennt man in Trier zwei ähnliche Wörter: laafen und laawen. Eisch laafen und eisch laawen. Seisch mied laafen. Sich vergeblich anstrengen. De Ban stombisch laawen. Sich unentwegt abmühen ohne sichtbaren Erfolg. Dän öss su langsaom gelaaf. Dän haott ö Matteis schonns e Sonnebrand gehaott, hieß es beim Trierer Stadtlauf.

Gient ebbes Storm laafen. Gegen etwas angehen. Watt mer nött haalen kann, moss mer laawe laoßen. Man kann niemand vor seiner eigenen Dummheit bewahren.

Ebenfalls nicht so einfach steht es um Laafer und Laawer. Auf den ersten Blick handelt es sich zunächst um einen Läufer. Verständlich! Auf den zweiten Blick um eine Peitsche und auf den dritten um ein Malerwerkzeug.

Datt öss en schien Bescherong. Neist wie Laaferei haott mer laomött. Die Sache bringt nur lästiges Hin und Herlaufen. Sonst nichts.

Datt mischt der Laafersch neist aus. Das stört die Frau nicht. Sie läuft ständig herum. Schwieriger wird es, wämmer awer den Dabberlaaf kriet. Dao kanns de fru sönn, wänn de en Döbbe fönns. Bei Durchfall nimmt die Lauferei kein Ende. Da ist man über jede nahe Toilette erfreut.

                                  Josef Marx

Josef Marx ist Autor des Trierer Wörterbuches, das im Trier-Verlag  erschienen  und im Buchhandel erhältlich ist. Gemeinsam mit Horst Schmitt  hat er mehr  12 000 Stichwörter Trierisch-Hochdeutsch und Hochdeutsch-Trierisch zusammengetragen.