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Plattkolumne Trierisch Balaawern

Trierisch Balaawern : Nur Tabak?

Man gewinnt heute den Eindruck, dass jedes Jahr weniger geraucht wird. Doch das täuscht.

Die Zahlen sprechen etwas anderes. Der Staat hat in vielen Jahren mehr Tabaksteuer oder wie es in Trier heißt Tubaggsteijer ögeholl.

Trier hatte vormals eine vielfältige Tubaggindustrie. Um 1846 gab es 28 Tabakfabriken. Bekannt sind noch unter anderem: Haus Neuerburg, Landewyck, Grenzhäuser, May, Tont, Wollscheid, Heute noch Heintz van Landewyck, JTI Japan Tobacco International. Somit gab es in Trier immer reichlich Tubagg. Doch Vorsicht mit reichlich Tubagg!

En gud Peif Tubagg nao emm Ääßen, daodrobb gammsen eisch. Eine Pfeife mit Tabak passt gut nach dem Essen. Wu dän Tubaggsdamp aus der Peif kömmt, öss de Wäld naoch önn der Rei, hieß es früher.

Dass immer genügend Tubagg önn der Tubaggsblaos waor, dafür sorgten die Tubaggsfraaleit in den Fabriken. Haoss de Tubagg o Bleedscher, eisch haonn kaa Feijer? Gut gefragt vom Maades. Die Fraoch öss stargken Tubagg. Das ist eine heftige Frage. Fast unverschämt. Watt dä Kläs verkaaft, öss kaan Peif Tubagg wärd. Vorsicht bei dem Kauf minderwertiger Ware.

Kehren wir zur Vorsicht zurück. Wu de haam kömms, kries de Tubagg. Hier bekommt man keinen Tabak geschenkt, hier erwartet einen eine gehörige Tracht Prügel. Wenn man eine getubaggt kriet, dann erhält man einen heftigen Schlag. O wei haoss dau dein Tubagg. Dann hast du deine Prügel. Die nimmt dir niemand mehr ab.

Josef Marx

Josef Marx ist Autor des Trierer Wörterbuches, das im Trier-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich ist. Gemeinsam mit Horst Schmitt hat er über 12 000 Stichworte Trierisch-Hochdeutsch und Hochdeutsch-Trierisch zusammengetragen.