Pluwiger Karl-May-Freunde: Wie ein Verein alle zwei Jahre Festspiele mit etwa 13.000 Besuchern stemmt

Pluwiger Karl-May-Freunde: Wie ein Verein alle zwei Jahre Festspiele mit etwa 13.000 Besuchern stemmt

Mit einer Hand voll Karl-May-Fans fing 2000 alles an. Heute haben die Pluwiger Karl-May-Freunde 300 Mitglieder und gehen in die siebte Spielzeit. Etwa 13 000 Besucher pro Saison sehen die Aufführungen. Vereinsmitglieder erzählen, wie sie die Großveranstaltung alle zwei Jahre meistern.

Acht Männer haben vor 13 Jahren den Grundstein für die ersten Karl-May-Festspiele der Region gelegt: Sie gründeten 2000 die Interessengemeinschaft Karl-May-Festspiele Trier-Irsch, um die Abenteuer ihrer Idole Winnetou und Old Shatterhand selbst auf die Bühne zu bringen. Zum ersten Infotreffen kamen 1000 Besucher. "100 wollten gleich mitmachen", erinnert sich Kassierer Rüdiger Lamberty. Ein Verein wurde gegründet, die Mitglieder nähten Kostüme, bauten Kulissen. Damals sahen 3000 Zuschauer den "Schatz im Silbersee" am See in Hockweiler.

Am 5. Juli startet nun die siebte Festspiel-Auflage. Spielort ist seit 2003 ein ehemaliger Steinbruch bei Pluwig. Der Verein hat jetzt fast 300 Mitglieder, die alle zwei Jahre die Großveranstaltung mit insgesamt 13 500 Zuschauern stemmen. "Wir sind eine große Familie", erklärt der Vorsitzende Edwin Christen. Die Mitglieder treffen sich jeden Monat im Vereinslokal, sprechen über notwendige Bühnenarbeiten oder die nächste Spielsaison.
Laut Christen helfen auch Eltern, Partner und Geschwister vor und hinter den Kulissen mit: "Ein paar Monate lang sind wir jedes Wochenende an der Bühne".

2012 wurde das Gelände barrierefrei umgebaut, finanziert vom Verein und über EU-Fördermittel. Eine Spielzeit kostet laut Lamberty 150 000 Euro. Das Geld kommt zum Teil von Sponsoren. Zudem nimmt der Vorstand ein Darlehen auf, das über den Ticketverkauf abbezahlt wird. Deshalb seien mindestens zehn Aufführungen nötig, sagt Christen: "Wir wollen ja familienfreundliche Preise. Schließlich sind wir nur Laien, die ihr Bestes versuchen."
Nachwuchsprobleme hat der Verein derzeit nicht. Aber: "Vom harten Kern sind alle über 50 Jahre alt", sagt Lamberty. Der Verein und seine Idee solle aber auch "in 15 Jahren noch weiterleben".

Man müsse "langfristig Leute finden, die im Vorstand Verantwortung übernehmen". Der Verein fördere seinen Nachwuchs, setze aber auch auf Kontinuität: "Wir tauschen keine tragende Rolle aus", sagt Christen. Zudem gelte: "Alles ist ehrenamtlich, keiner nimmt Geld." Mit diesem Konzept will der Verein auch künftig erfolgreich sein - und die Besucherzahl halten: "Die Jugend liest zwar weniger Karl May", sagt Lamberty. "Aber die Leute wollen Western, Action, Explosionen - und das kriegen sie bei uns".Extra

Die Karl-May-Freunde Pluwig haben bereits sechs verschiedene Stücke aufgeführt, die vergangenen fünf auf der Pluwiger Freilichtbühne: 2001 "Der Schatz im Silbersee" (am See in Hockweiler), 2003 "Winnetou 1", 2005 "Winnetou 2" , 2007 "Der schwarze Mustang", 2009 "Der Sohn des Bärenjägers", 2011 "Der Geist des Ilano Estacado". 2013 steht "Im Tal des Todes" auf dem Programm. Laut Vereinsvorstand könnte "Der Ölprinz" eines der nächsten Stücke sein. cweb