Trier: Politiker fordern Kultur als Pflichtaufgabe

Trier : Politiker fordern Kultur als Pflichtaufgabe

Erstmals lud der Kreismusikverband Trier-Saarburg zum Ehrungsempfang für Musiker ein. Drei Klarinettisten verrieten, warum sie schon jahrzehntelang dabei sind.

Die Premiere fand großen Anklang. Musiker, die seit 40, 50, 60 und 70 Jahren aktiv sind, wurden im Rahmen eines Ehrungsempfangs des Kreismusikverbandes (KMV) Trier-Saarburg im Sitzungssaal der Verwaltung gewürdigt. Landrat Günther Schartz und Achim Hallerbach, seit 2018 Nachfolger im Amt des Präsidenten des Landesmusikverbandes (LMV) Rheinland-Pfalz, sprachen ihnen Dank und Anerkennung aus. Nach Ehrennadeln des LMV erhielten nun alle teils handgeschriebene Dankurkunden. Außerdem dürfen sich alle auf ein Foto freuen, das sie mit Landrat, Präsident und Tim Kohley, dem KMV-Vorsitzenden, zeigt.

Jeder von ihnen betonte in einer kurzen Ansprache den kulturellen Beitrag von Musikern. Gemeinsames Musizieren verspreche nicht nur Erholung, Ausgleich vom täglichen Stress und Harmonie, betonte Kohley. Es gehöre ebenso dazu, Vereine „zu hegen und zu pflegen“, sich um den Nachwuchs zu kümmern und sich darüber hinaus zu engagieren.

Damit das auch künftig möglich ist und vor allem finanzierbar bleibt, braucht es laut Schartz und Hallerbach dringend das seit Jahren von Verbänden geforderte Kulturfördergesetz. Ausgaben dafür müssten als kommunale Pflichtaufgabe eingeordnet werden und nicht als freiwillige Aufgabe, für die Gemeinden auf Bewilligungen angewiesen sind.

Der immense Einsatz vor Ort müsse dringend unterstützt werden, meint Günther Schartz. Hallerbach, Landrat von Neuwied, hält das schon mit Blick auf Kosten wie für Instrumente und Kleidung für unverzichtbar. Es brauche stabile Rahmenbedingungen, Wertschätzung, Respekt und Attraktivität. Für junge Leute ebenso wie für diejenigen in den mit wachsenden Anforderungen konfrontierten Vorständen.

Wertschätzung motiviert auch die drei seit mehr als 70 Jahren aktiven Klarinettisten. Abgesehen vom Lieblingsinstrument, sagt Arnold Fusenig (83), verbindet sie ihr Engagement im Ortsverein, in der Jugendarbeit oder auf Verbandsebene.

Walfried Schramm (83) schätzt darüber hinaus die Kameradschaft. Und was Winfried Anton (81) motiviert, dürfte für alle drei gelten: „Weil es mir Spaß macht.“

Die Idee für den Ehrungsempfang, musikalisch gestaltet von einem Bläserquartett der Kreismusikschule, hatte Kohleys Vorgänger Erwin Berens, neu ernannter Ehrenvorsitzender des KMV. Ihm gehören laut Geschäftsführer Hermann-Josef Stolz etwa circa 3800 Aktive in 91 Musikvereinen (MV) an. Der nächste Termin ist ein Galakonzert des Kreisorchesters am Sonntag, 24. November.

Geehrt worden sind:

70 Jahre: Walfried Schramm, Greimerath; Arnold Fusenig, Igel; Winfried Anton, Langsur.

60 Jahre: Josef Kruft, Pluwig; Günter Britten, Irsch; Erwin Weber, Lang­sur; Erich Quint, Osburg.

50 Jahre: Albert Rausch, Helmut Philippi aus Pluwig; Jürgen Herber, Ursula Schuh aus Igel; Guido Eberhard, Kenn; Eckhart Jullien, Klaus-Peter Müller aus Zewen; Vinzenz Schuster, Peter Gilz aus Kreuzweiler-Dilmar.

40 Jahre: Manfred Kaypinger, Marc Kaypinger, Andreas Schons, Eric Jochem, Elke Drechsler, Patrick Weber, Ruth Birringer aus Ayl; Ilona Hacken, Thomas Reichart aus Igel; Christian Michels, Osburg; Margarethe Peter-Konz, Palzem; Bettina Philipp, Reinsfeld, Silke Burckhardt, Sonja Hagen, Ralf Plein, Katja Plein-Füssel aus Zewen; Markus Welsch, Helmut Pesch aus Wintersdorf.

30 Jahre Dirigat: Gilbert Schellen, MV Irsch-Saar.

20 Jahre Dirigat: Michael Ittenbach, Feuerwehrkapelle Pluwig.

Mehr von Volksfreund