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Polizei Autobrände Zemmer-Rodt

Kriminalität : Brandserie in Rodt aufgeklärt

Die vier vorsätzlich gelegten Autobrände, die im ersten Halbjahr den Zemmerer Ortsteil Rodt in Atem gehalten haben, sind aufgeklärt. Ein 27-jähriger Feuerwehrmann hat die Taten gestanden.

Von Albert Follmann

Zemmer-Rodt Es musste ein Serienbrandstifter sein, das war den Bewohnern von Zemmer-Rodt klar. Das erste Fahrzeug brannte in der Nacht zu Neujahr 2017 in der Bruchwiesenstraße, das zweite am 29. Januar in der Feldstraße, das dritte am 23. Februar in der Talstraße und das vierte am 11. Juni in der Trierer Straße. Diese liegt in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrgerätehauses.

Jürgen Cordie, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Trier-Land, äußerte nach dem vierten Einsatz gegenüber dem TV noch die Hoffnung, dass der Täter nicht aus den Reihen der Feuerwehr stammt.

Damals war der Fall des Feuerwehrmanns aus Trier-Zewen akut, dem mehrere Brände zur Last gelegt wurden. Der Mann wurde jetzt dafür verurteilt (siehe Bericht Seite 11)

Die Hoffnungen des Wehrleiters erfüllten sich nicht. Jetzt steht fest: Der Mann, der die vier Autos in Rodt angezündet haben soll, ist Feuerwehrmann. Und zwar bei der Freiwilligen Feuerwehr Rodt. Der 27 Jahre alte Junggeselle aus Zemmer-Rodt hat nach Mitteilung der Kriminalpolizei Schweich die Taten gestanden.

Die Kripo hatte unter anderem Kameras in Rodt installiert, um so den Täter überführen zu können. Über die Beweggründe seiner Tat habe der 27-Jährige keine Angaben gemacht, so die Polizei.

Nach Auskunft von Wehrleiter Cordie hat sich der Feuerwehrmann am vergangenen Samstag bei allen geschädigten Autobesitzern und den Kameraden der Feuerwehren Rodt und Schleidweiler entschuldigt. Er wisse selbst nicht, was mit ihm los gewesen sei. So habe er sich in der Versammlung bei den Wehren geäußert. Die Stimmung sei sehr niedergeschlagen gewesen, sagt Cordie. Der Feuerwehrchef war nicht nur bei diesen Terminen anwesend, sondern auch bei der Vernehmung des Tatverdächtigen durch die Polizei – als moralische Unterstützung, wie der Wehrleiter sagt. Cordie kennt den 27-Jährigen schon seit Jugendfeuerwehrzeiten.

„Für einige war er von Anfang an der Täter“, sagt Cordie. Andere hatten den als psychisch labil beschriebenen Mann nicht auf der Rechnung, weil das zweite Auto, das brannte, dessen eigenes war. Als kürzlich erneut die Sirenen gingen, glaubten manche Feuerwehrleute schon an einen erneuten Auto­brand. Doch es war ein  Garagenbrand in Zemmer.

Am Donnerstag hat sich der 27-Jährige aus dem aktiven Feuerwehrdienst abgemeldet – per Schreiben an die für die Feuerwehren zuständige Behörde, die Verbandsgemeindeverwaltung  Trier-Land.

Ein bisher noch nicht aufgeklärter PKW-Brand aus dem Jahr 2013 in Zemmer-Rodt geht offenbar nicht auf das Konto des geständigen Feuerwehrmanns. Nach Auskunft von Wehrleiter Cordie hat der 27-Jährige für die fragliche Zeit ein Alibi. Er habe sich damals nicht in der Fidei aufgehalten.