Polizei nimmt falsche Polizeibeamte fest

Polizei nimmt falsche Polizeibeamte fest

Trier (red) Fast täglich gehen bei Polizeidienststellen in der Region Anzeigen ein, in denen Bürger von Anrufen angeblicher Polizeibeamter berichten, die mit erfundenen Geschichten über Festnahmen versuchen, an das Geld der Angerufenen zu kommen. Jetzt haben Beamte der Kripo Trier drei Tatverdächtige festgenommen.

Die Betrugsmasche ist damit allerdings nicht beendet.
Die Masche ist im Grunde immer dieselbe. Angebliche Polizeibeamte rufen bei meist älteren Mitbürgern an und berichten von der Festnahme osteuropäischer Einbrecherbanden. Bei den Festgenommenen seien Unterlagen mit den persönlichen Daten der Angerufenen gefunden worden, darunter auch Bankverbindungen. Mit einer geschickten Gesprächsführung bringen die Täter ihre Opfer dazu, Auskünfte über Bargeld oder Schmuck preiszugeben. Die Kriminellen erschleichen sich so großes Vertrauen, dass die arglosen Angerufenen sogar größere Bargeldbeträge von ihren Konten abheben, um das Geld den angeblichen Polizeibeamten zur Überprüfung zu übergeben.

Umfangreiche Ermittlungen der Trierer Kripo haben am Montagmittag zur Festnahme von zwei Männern im Alter von 23 und 31 Jahren geführt, die im Verdacht stehen, mehrere dieser Taten begangen zu haben. Bei ihrer Festnahme in Trier führten die Beschuldigten eine größere Bargeldsumme mit sich. Weitere Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass sie den fünfstelligen Betrag zuvor mit der "falscher-Polizist-Masche" von einem Rentner aus Trier ergaunert hatten. Ein dritter Tatverdächtiger wurde am Montagabend festgenommen.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier wurden die in Idar-Oberstein wohnenden Männer dem Haftrichter beim Amtsgericht vorgeführt. Der ordnete gegen zwei Beschuldigte die Untersuchungshaft an. Der Haftbefehl gegen den dritten Beschuldigten wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.
"Die Täter gehen sehr professionell vor," sagt Pressesprecher Karl-Peter Jochem vom Polizeipräsidium Trier, "sie suchen sich ihre Opfer anhand alt klingender Vornamen in Telefonbüchern aus, sind offenbar in psychologischer Gesprächsführung geübt."
Zum Schutz vor dieser Betrugsmasche rät die Polizei:
{bull} Polizisten machen keine Hausbesuche, um nach dem Rechten zu sehen.
{bull} Die Polizei ruft nicht zu Hause an, um nach Vermögensverhältnissen zu fragen oder gar um größere Bargeldbeträge zu bitten.
{bull} Man sollte niemals Details zu Vermögensverhältnissen oder Kontodaten preisgeben.
{bull} Man sollte beim geringsten Zweifel bei der Behörde anrufen, von der die angebliche Amtsperson zu sein vorgibt.
{bull} Wer Zweifel an der Echtheit des Anrufers hat, sollte einfach auflegen.
{bull} Nach einem verdächtigen Anruf sollten Angerufene zeitnah die Polizei informieren.
{bull} Niemals sollte Geld an unbekannte Personen übergeben werden.

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