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Polizisten am Pranger - Brecheisen für die Bürger

Polizisten am Pranger - Brecheisen für die Bürger

Mit einer plakativen Aktion geht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf die Straße. Unter dem Motto "Wir brauchen Verstärkung" werden als Einbrecher verkleidete Beamte an Passanten Brecheisen verteilen - aus Pappe.

Trier. Wie dramatisch die Personalsituation in vielen Dienststellen ist, haben Polizisten im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund geschildert (TV vom 18. Februar). "Wir werden beleidigt, bespuckt, getreten, geschlagen, gebissen, beschossen und von der Politik allein gelassen", sagt GdP-Bezirksgruppenvorsitzender Peter Kretz. "Deshalb stehen wir am Samstag, 27. Februar, in Trier von 11 bis 15 Uhr am Pranger und bitten die Bürger um ihre Unterstützung."
Der gewerkschaftlich organisierte Protest in der Trierer Fußgängerzone ist der Auftakt für eine ganze Reihe ähnlicher Aktionen in Rheinland-Pfalz. Sie sind Teil der GdP-Kampagne "Wir brauchen Verstärkung": Bürger werden aufgerufen, Landtags- und Bundestagsabgeordnete per Mail aufzufordern, sich für mehr Personal bei der Polizei einzusetzen. Eine entsprechende Vorlage und Verlinkung findet sich auf der Internetseite der Kampagne.
Dass die große Personalknappheit angesichts zunehmender Aufgaben im Regeldienst und bei Sonderaufgaben nicht nur die Schutzpolizei betrifft, verdeutlicht Reinhard Klein. Der Vorsitzende der GdP Kreisgruppe Polizeipräsidium Trier vertritt eine große Zahl von Kriminalbeamten. "Wenn der Minister neue Strategien für Wohnungseinbrüche und Internetkriminalität vorstellt, dann geht das immer zulasten von Dienststellen und Kommissariaten. Wir bräuchten die Arbeitsgruppen zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche nicht, wenn die Kommissariate so aufgestellt wären, dass sich Kollegen auch an ein großes Verfahren herantrauen könnten." Mit dem derzeitigen Personal verwalte man zunehmend die Kriminalität, statt sie zu bekämpfen. Innenminister Roger Lewentz (SPD) zeigt für die Klagen der Polizeibeamten Verständnis. Mittelfristig werde es durch die Anstellung von 475 Polizeianwärtern 2015 und 500 in diesem Jahr aber deutliche Verbesserungen geben.
GdP-Landesvorsitzender Ernst Scharbach verweist auf mehrere Hundert Beamte, die derzeit jährlich in Pension gingen, und fordert, dass noch mehr Anwärter ausgebildet werden. Das hat auch die CDU-Landtagsfraktion gefordert. r.n.
wir-brauchen-verstaerkung.info