Poller für die Trierer Innenstadt: Jetzt wird’s ernst

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Rund um die Trierer Fußgängerzone sollen mobile und feste Sperren den Verkehr bremsen. Für 45 000 Euro wird im Herbst die erste Testanlage gebaut.

Die Diskussion um eine wirksame Regulierung des Verkehrs in der Trierer Fußgängerzone wird seit mehr als zehn Jahren geführt. Nachdem die Stadtverwaltung im April den ersten detaillierten Konzeptentwurf für die zukünftigen Einfahr- und Ausfahrmöglichkeiten in der City vorgestellt hat (siehe Grafik), folgt nun der nächste Schritt: Die erste versenkbare Polleranlage der Stadt wird im Einmündungsbereich Glockenstraße/Rindertanzstraße installiert.

Den Plänen der Verwaltung hat der Bauausschuss des Stadtrats am Donnerstagabend einstimmig zugestimmt. Damit gilt es als sicher, dass in einer Woche auch der Stadtrat grünes Licht für die 45 000 Euro teure Maßnahme geben wird.

So könnte der Test-Poller in der Glockenstraße aussehen. Im herbst soll die Anlage installiert werden. Grafik: Stadtverwaltung Trier. Foto: Stadtverwaltung Trier

Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) freut sich, dass es endlich losgeht. „Das ist der Beginn der Umsetzung unseres Konzepts. Wir setzen ein Zeichen, dass wir das System aufbauen.“ Bei vielen Anwohnern und Geschäftsleuten in der Innenstadt sei das Thema Poller noch nicht wirklich angekommen, schließt Ludwig aus der geringen Beteiligung der Öffentlichkeit an den bisherigen Informationsveranstaltungen. „Wenn wir den ersten Poller installiert haben, werden Diskussionen folgen“, ist seine Prognose.

Das Konzept Es geht darum, den motorisierten Verkehr in der Fußgängerzone zu reduzieren. Nur für berechtigte Nutzer werden in Zukunft Ein- und Ausfahrt möglich sein. Realisiert werden soll das durch die Kombination von fest installierten und elektronisch versenkbaren Pollern. Wie eine solche Anlage aussehen kann, zeigt die Visualisierung des Tiefbauamtes für die Pilotanlage, die lediglich die Ausfahrt aus der Glockenstraße regeln wird. Aktiviert wird der Poller über eine Induktionsleitung im Pflaster. Ein einfaches Rot- und Grünsignal gibt auch optisch den Hinweis, wann die Sperre aktiv ist. Während der Lieferzeiten wird der Poller eingefahren und sowohl die Zu- wie die Ausfahrt ermöglichen. Außerhalb der Lieferzeiten wird lediglich die Feuerwehr die Möglichkeit bekommen, mit einem eigenen Steuergerät auch die Einfahrt in die Fußgängerzone zu aktivieren.

Die Kosten Konkret ermittelt sind bislang die Kosten für den Pilot-Poller: 45 000 Euro sind dafür in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung vermerkt. Würde das Konzept so realisiert wie im April vorgestellt, wären Investitionen von etwa 730 000 Euro notwendig, wobei ein Anteil von 230 000 Euro für die Tiefbauarbeiten fällig würde. Die jährlichen Wartungskosten veranschlagt das Tiefbauamt auf 19 000 Euro. Hinzu kommen die Stromkosten für den elektrischen Betrieb der automatischen Anlagen.

Die Sicherheit Nach derzeitigem Stand wird es keine Hochsicherheitspoller geben, die auch schwere Fahrzeuge wie Lastwagen problemlos bremsen könnten. Das liegt an den hohen Kosten. Die Ingenieure der Stadt haben dafür mehr als 1,3 Millionen Euro errechnet. Zudem gebe es keinen wirklich wirksamen Schutz. Auch eine Verkehrsregelung ausschließlich mit automatischen Pollern ist zu teuer und wäre über eine Million Euro teuer. Deshalb werden diese beiden Ausbauvarianten bereits seit dem Frühjahr von der Stadtverwaltung nicht weiter verfolgt.

Die Diskussion Der Stadtrat trifft sich am kommenden Donnerstag zu seiner ersten Arbeitssitzung und entscheidet über die Installation der Pilotanlage. Nach der Probephase im kommenden Jahr soll der Bau­beschluss für das Gesamtkonzept erfolgen. Unter anderem soll es davor eine umfassende Bürgerbeteiligung dazu geben.

Vor allem Dominik Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) machte in der Ausschusssitzung am Donnerstagabend deutlich, dass auch über einige der endgültigen Standorte für die Sperren gesprochen werden müsse. „Wir müssen die Option haben, die Dinge noch zu verändern.“ Vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Verkehrsberuhigung der südlichen Neustraße sieht er Handlungsbedarf. Aber auch über die Standorte am Domfreihof und am Kornmarkt will er noch einmal diskutieren. „Wir sollten überlegen, ob wir alle Poller wirklich nur am Rande der Fußgängerzone aufstellen wollen.“ Grundsätzlich signalisierten aber alle Fraktionen bereits im Bauausschuss ihre Zustimmung zu einem Pollerkonzept. „Wir werden über die Details sprechen“, verspricht Baudezernent Andreas Ludwig. „Schließlich sind noch 1000 Fragen zu beantworten.“

Die komplette Zugangskontrolle für die Fußgängerzone soll frühestens ab Herbst 2020 in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden. Die Gesamtplanung dafür wird von den Experten des Tiefbauamts erarbeitet. Ermittelt werden dabei auch die exakten Kosten für jede der neuen Polleranlagen.

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