1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Pollerkonzept Trier: Probelauf Liebfrauen und Meerkatz erfolgreich

Sicherheit : Die ersten Sicherheitspoller sind startbereit - warum sie dennoch nicht in Betrieb gehen

Die ersten beiden automatischen Sperren zur Sicherung der Trierer Fußgängerzone funktionieren. Eingesetzt werden sie vorläufig trotzdem nicht. Woran liegt’s?

Baustein für Baustein wird das urbane Sicherheitskonzept in Trier umgesetzt. Das ist in der Liebfrauenstraße wörtlich zu nehmen. Dort ist in den vergangenen Tagen das Pflaster wiederhergestellt worden, nachdem alle technischen Komponenten eingebaut waren. Auch die Transponder auf den Steuerungssäulen sind inzwischen installiert. Sie werden die Vignetten erfassen, mit denen berechtigte Fahrzeuge ausgestattet werden, die in Zukunft auch außerhalb der Lieferzeiten in die Innenstadt fahren dürfen.

Testlauf für die Sicherheitspoller in Trier

An der Polleranlage Meerkatz und wenige Tage später auch im Bereich Liebfrauen hat die Stadt vor kurzem die Steuerung im Probelauf getestet. Mit Erfolg, wie ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. Demnach funktioniert die Zeitschaltuhr mit den neuen Lieferzeiten (6 bis 11 Uhr statt 19 bis 11 Uhr) ebenso wie die in den Boden eingelassenen Induktionsschleifen. Die Schlüsseltaster für Feuerwehr und Polizei sind aktiv. Und auch der Weitenbereichsleser für die Vignetten sind betriebsbereit. Für die Mobilfunkerfassung fehle lediglich die benötigte Sim-Karte.

„In Betrieb genommen werden die Anlagen aber im Moment noch nicht, denn es gibt noch einige – nicht ganz unwichtige – administrative Dinge zu klären“, heißt es aus dem Rathaus. So sei zum Beispiel noch zu organisieren, wie die Erfassungsvignetten herausgegeben werden, welches Berechtigungssystem dahinter gelegt und wie der technische Support gewährleistet werden könne. Einen konkreten Zeitplan dafür gebe es noch nicht.

Die Zeit dafür drängt auch deshalb noch nicht, weil für die Komplettierung der ersten von insgesamt zehn individuell abriegelbaren Sicherheitszonen noch mindestens eine Pollerlinie fehlt. Mit dem Bau der Sperre in der Windstraße soll nach Angaben der Verwaltung im Oktober begonnen werden.

Wer wann in die Fußgängerzone Trier einfahren darf

Anwohner mit privaten Stellplätzen oder Anlieferer sollen in Zukunft nur „ihren“ Bereich befahren können, nicht jedoch die ganze Fußgängerzone Für Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Straßenreinigung und Müllabfuhr wird es Sonderberechtigungen geben, sodass diese jederzeit in alle Bereiche der Fußgängerzone einfahren können. Wer einen privaten Stellplatz innerhalb der City erreichen muss, bekommt eine Ausnahmegenehmigung, einschließlich Einfahrtberechtigung für die entsprechende Zone. Wer ausnahmsweise in eine Zone muss, wie etwa Handwerker, muss eine Ausnahmegenehmigung für die jeweilige Zone beantragen und erhält die Einfahrtberechtigung zum Herunterfahren der Polleranlagen.

Wann die restlichen Poller gebaut werden sollen

Nach Angaben der Stadt sollen im kommenden Jahr die Sperren für die Zonen Hauptmarkt und Fleischstraße gebaut werden. Simeonstraße, Bischof-Stein-Platz und Viehmarkt sollen 2024 folgen. Die restlichen Zonen für das urbane Sicherheitskonzept sollen dann in den Jahren 2025/26 folgen.

Die Pollerlinie in der Straße An der Meerkatz wird die Zufahrt zum Domfreihof regulieren. Die Anlage mit zwei absenkbaren Elementen ist fertig und bereit für die Inbetriebnahme.
Die Pollerlinie in der Straße An der Meerkatz wird die Zufahrt zum Domfreihof regulieren. Die Anlage mit zwei absenkbaren Elementen ist fertig und bereit für die Inbetriebnahme. Foto: Rainer Neubert

Die veranschlagten Kosten für das Gesamtkonzept sind von 6,6 auf aktuell 9 Millionen Euro gestiegen. 90 Prozent davon trägt das Land. Anders als in Luxemburg-Stadt sollen in Trier keine eigenen Mitarbeiter für die Steuerung des Pollersystems abgestellt werden.

Für Aufregung hatte zuletzt die Nachricht gesorgt, dass es vorläufig keine zentrale Steuerung für die insgesamt 24 geplanten versenkbaren Pollerlinien geben wird. Der Anbieter der entsprechenden Steuerungsmodule hatte deren Produktion gestoppt.