Pommes auf Palmblatt: Studierendenwerk Trier setzt auf ökologisches Geschirr

Pommes auf Palmblatt: Studierendenwerk Trier setzt auf ökologisches Geschirr

Das Studierendenwerk Trier versorgt die Studenten seit Juli auf dem Vorplatz der Mensa mit Essen. Grund ist die Sanierung der Mensaküche. Um den Plastikmüll zu reduzieren, werden seit zwei Wochen Einwegteller aus Palmblättern benutzt. Und auch hinter dem Plastikbesteck steckt ein Geheimnis.

Trier. Seit Juli wird die Mensa der Universität Trier saniert und ist damit teilweise gesperrt (siehe Extra). Um die Studenten trotzdem über die Semesterferien hin zu versorgen, hat das Studierendenwerk Trier die Sommer-Mensa initiiert. Auf dem Vorplatz der Mensa werden an vier Ständen Spezialitäten vom Grill sowie alkoholfreie Cocktails und Eis angeboten - alles in Plastiktellern und mit Plastikbesteck.

Mit Blick auf die Berge von Plastikmüll seien Studenten der Uni auf das Studiwerk zugekommen. Sie fragten, ob es keine Alternative zum Plastikgeschirr gebe, erzählt Thomas Vatheuer, Mitarbeiter des Studiwerks. Und es gibt sie.
Seit zwei Wochen wird das Essen auf Öko-Einwegtellern aus Palmblättern serviert. Hergestellt werden sie mit Hilfe von Blättern der Areca Palme und hohem Druck. Künstliche Beschichtungen werden nicht aufgetragen. Die Rohstoffe für das Geschirr werden auf Plantagen in Indien angebaut. "Wir haben lange nach diesem Produkt gesucht. Normalerweise haben wir in der Mensa unser Mehrweg-Geschirr. Dieses wird maschinell gespült und wiederverwendet. Doch durch die Bauarbeiten müssen wir uns anders behelfen", sagt Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studiwerks.

Bei allen zukünftigen Aktionen außerhalb der Mensa möchte das Studiwerk diese biologische Alternative einsetzen. "Die neuen Teller sehen attraktiv und edel aus. Zuerst habe ich gedacht, dass der Teller essbar ist. Ich finde die Initiative toll", lobt Elisabeth Neyses, Mitarbeiterin an der Uni Trier.

Viele Studenten würden sich wundern, warum es neben den ökologischen Tellern immer noch Plastikbesteck gebe, sagt Wagner. Doch hier steckt der Teufel im Detail.
Das Besteck ist aus dem erdölfreien Biokunststoff CPLA hergestellt. Er besteht aus Polymilchsäure, gewonnen aus fermentierter Stärke. In einer industriellen Kompostieranlage könne der Kunststoff innerhalb von 90 Tagen zersetzt werden.Fünf Cent mehr pro Essen


Studentin Anne Kläs (23) ist vom Besteck begeistert: "Die alten Plastikmesser haben nicht richtig geschnitten. Oft sind sie abgebrochen. Die neuen Messer sind viel stabiler." Ihre Kommilitonin Kathrin Adler (23) fügt hinzu: "Die Palmteller sind super und umweltfreundlicher. Es fühlt sich so an, als ob darauf das Essen besser schmeckt."
Langfristig werden die Preise durch die teureren Teller etwas erhöht, sagt Wagner. Von unter fünf Cent pro Produkt ist die Rede. Im laufenden Betrieb der Sommer-Mensa werde das aber nicht geschehen.

Uni-Präsident Michael Jäckel und Andrea Möller, Vorsitzende des Verwaltungsrates im Studiwerk, freuen sich, dass das Projekt so gut angenommen wird. Möller ergänzt: "Als Biologin wünsche ich mir, dass die Stadt bei ihren Veranstaltungen auch auf diese ökologische Alternative zurückgreift."Extra

Nach 30 Jahren Betrieb sei es nun an der Zeit für eine Sanierung der Mensa, erklärt Studiwerk-Chef Andreas Wagner. Zwei Wochen lang wurden unzählige große Küchengeräte wie Öfen und Spülen aus der Küche in den Essensbereich gerückt. In der Küche wird der komplette Estrichboden erneuert. Gleichzeitig werden neue Trink- und Abwasserrohre installiert. Die Cafeteria ForU im Erdgeschoss erhält zudem eine neue Lüftungsanlage. Laut Studiwerk-Pressesprecher Thomas Vatheuer liegen die Arbeiten im Zeitplan.

Ziel ist es, die Mensa zum Vorlesungsstart am 24. Oktober wieder zu öffnen. Momentan sind die Cafeteria und das erste Untergeschoss gesperrt. Im zweiten Untergeschoss werden die Studenten mit Essen von der Mensa der Hochschule am Schneidershof versorgt. Für Abhilfe sorgt zudem die Sommer-Mensa im Freien. "Unser Konzept funktioniert so gut, weil das Wetter über den Sommer so trocken war", sagt Wagner. beh