Porz-los in Trier

Betsch, hat's gemacht, und sie war dahin, meine letzte Viezporz. Mist! Ich kann nicht mal behaupten, meine Frau wäre schuld. Die hat ein Alibi. Während "et Bärbel" in der Küche rumwuselte, habe ich das gute Stück in einem bedauernswerten Fall von unerklärlicher Unachtsamkeit vom Wohnzimmertisch gefegt.

So lag sie dann auf dem Boden, meine Porz, geborsten in zwei Teile. Einziger Trost: Es war nur noch ein Schluck drin gewesen von dem köstlich herben Apfelsaft. Wären ganze 0,4 Liter "verschütt" gegangen - es hätte mir das Herz gebrochen. Sechs Porzen hatte ich mal zuhause. Der natürliche Schwund dezimierte im Lauf der Jahre die Stückzahl der klassischen Viez-Trinkgefäße aus Porzellan immer mehr (zweimal durch Bärbels unsensibles Spülen!).Nun stehe ich Porz-los da. Und werde es wohl noch eine Weile sein. Nachschub zu erhalten, ist ein schwieriges Unterfangen. Die illegale Variante, die ein Neffe vorgeschlagen hat ("Ich klau Dir zwei so Dinger in 'ner Kneip`") scheidet aus Gewissensgründen aus. Die konventionelle Tour funktioniert auch nicht mehr: Die Gastrobedarf-Firma Scheunert (Petrusstraße) hat ihr Sortiment geändert und führt keinen Kleinkram mehr. Bleibt noch Metro-Eco; Großhandel für Gewerbetreibende. Dass der Porzen hat, bestätigte eine nette Dame am Telefon: "Ja, zu 6,89 Euro das Stück". Nur leider komme ich Normalverbraucher ohne Berechtigungskarte nicht in den Laden rein. Dann trink ich also bis auf weiteres meinen Viez aus einem alten Löwenbräu-Humpen. Prost!