Porz oder Fahrrad?

Psst, kommen Sie mal näher, dann kann ich Ihnen verraten, was meine Bärbel zu Weihnachten bekommt. Ja, ja, so wie im letzten Jahr geht's mir diesmal nicht, als ich an Heiligabend durch die Stadt gerannt bin, um meinem Bärbel noch so ein Wellness-Gedöns zu besorgen.

Ich hab' meinem Bärbel nämlich schon ein Fahrrad gekauft. So ein ganz bequemes mit "niedrigem Einstieg" und nur "drei Gängen" (mehr gibt's bei uns mittags ja auch nie). Als ich aber dann diese Woche den Volksfreund gelesen hab', bin ich doch stutzig geworden. Is' ein Fahrrad das richtige Geschenk für mein Bärbel? Die Grünen wollen ja nun die Busspuren und die Fußgängerzone für Radfahrer frei geben. Oh Gott: Wenn mein Bärbel da angebrettert kommt, mit Einkaufstüten bepackt und vor der Linie "1" nach Euren herschlenkert, die "84" ausbremst oder den Fahrer der "8" nach Mariahof zu Verzweiflungstaten treibt, dann bricht in Trier garantiert der Verkehr zusammen. Denn mein Bärbel ist ja ein stattliches Mädchen. Als wir uns vor vielen Jahren beim Tanzen kennengelernt haben, hab' ich gesäuselt: "Du bewegst dich wie eine Gazelle." Da war mein Bärbel im siebten Himmel und meinen zweiten Satz, den hat sie gar nicht mehr verstanden: "Oder wie heißt das große Tier mit dem Rüssel?" Naja, Ihr versteht schon, kurvt mein Bärbel auf'm Rad mit ihrem Wocheneinkauf durch die Fußgängerzone, dann glaubt die Karin Kaltenkirchen von der City-Initiative die Luxemburger fallen wieder ein, oder die Verkäuferinnen sind am Streiken. Vielleicht geb' ich das Rad zurück und kauf' meinem Bärbel lieber die neue Viez-Porz-Kollektion…