Positive Signale und eine Bitte

Positive Signale und eine Bitte

TRIER. (QO) Anhand zwei großer Skizzen stellte Iris Wiemann-Enkler vom städtischen Baudezernat den Mitgliedern des Kürenzer Ortsbeirats die Ergebnisse des Workshops zum Bahnhofsviertel von Anfang Februar vor. Allerdings stießen ihre Ausfühungen nicht nur auf Zustimmung.

Es waren die Erweiterungsbestrebungen eines Einzelhandelsinvestors, die - mittlerweile vom Tisch - alles ins Rollen gebracht hatten. "Der Bereich um den Bahnhof herum ist städtebaulich desolat, das gibt kein tolles Bild der Stadt Trier", sagte Iris Wiemann-Enkler. Man suchte daher nach einem Gesamtkonzept, das eine Perspektive für alle Beteiligten beziehungsweise eine gewisse Planungssicherheit für die Stadt und ihre Bürger garantieren sollte. Fachleute aus Denkmalpflege, Stadtplanung, Archäologie und Verkehrsplanung setzten sich zusammen. Heraus kam laut Wiemann-Enkler "ein Grundsatzpapier, eine Leitlinie: In diese Richtung soll die Entwicklung gehen". Wesentliche Punkte für den Bahnhofsvorplatz sind etwa die Einrichtung von Hotels sowie einer Fahrrad-Service-Station in der Nähe. "Der Bahnhofsbereich soll attraktiv gestaltet und verkehrsberuhigt werden, er ist die Visitenkarte der Stadt Trier", sagte die Mitarbeiterin des Baudezernats. Eine Nutzungsmischung sei dort vorgesehen: "Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen - innenstadtverträglicher Handel." Für die unter Denkmalschutz stehende Empfangshalle "sind wir mit der Bahn dran, uns kurzfristige Maßnahmen zu überlegen, die in eine langfristige Planung münden sollen". Zur "Europäischen Kulturhauptstadt 2007" soll sich die Halle schöner präsentieren. Ein weiteres wesentliches Ergebnis des Workshops ist die Über- oder Unterquerung der Gleise, zumindest für Radfahrer und Fußgänger. "Rund um Maximin kann man viel mehr herausholen, die Bebauung soll sich an den Gegebenheiten orientieren. Das ist ein historisch bedeutsamer Ort, dort soll Geschichte erfahrbar gemacht werden", sagte Wiemann-Enkler. Der Workshop empfahl für den Gesamtbereich bis zur Schönbornstraße vor allem Wohnnutzung; auch mehr Grün solle es geben. "Die Allee ist auch ein Kulturdenkmal und sollte entsprechend entwickelt werden", fand Wiemann-Enkler. So sollen die Straße "In der Reichsabtei" umgestaltet und der Verkehr in dem Bereich neu geordnet werden. Auf Zweifel und Kritik stieß beim Ortsbeirat die vorgeschlagene Umgestaltung der Theodor-Heuss-Allee und Christophstraße. "In der gesamten Allee soll der Verkehr auf zwei Spuren fließen, statt auf vieren, er soll vereinfacht werden, Verkehrsströme herausgenommen und der Fluss optimiert werden", sagte Wiemann-Enkler."Die Leute ziehen in die Stadt zurück"

Die der Stadt zugewandte Alleeseite soll für ÖPNV, Radfahrer und Fußgänger sein. "Eine überwiegende Wohnbebauung ist in dem Bereich vorstellbar, wir wollen die Bewohner in Trier halten. Die Leute werden immer älter, sie ziehen in die Stadt zurück, wollen Dinge zu Fuß erledigen." Im Ortsbeirat bemängelte man, dass keine ADAC-Experten an der Verkehrsplanung beteiligt gewesen seien, und dass der Durchbruch von der Kürenzer Straße zum Moselbahngelände nicht in dem Workshop untersucht wurde. "Er ist im Flächennutzungsplan bereits als Trasse fixiert worden", sagte Wiemann-Enkler. Bis zum Herbst sei ein Rahmenvertrag mit der Bahn geplant. "Wie realistisch sind die schönen Zeichnungen, wo kommt das Geld her", wollten die Ortsbeiratsmitglieder wissen. "Wenn wir eine Planungskonzeption mit gewissen Leitlinien haben, ein städtebauliches Ziel, können wir als Kommune und als Bürger ganz anders gegenüber Investoren auftreten - und wenn es innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre ist", betonte Iris Wiemann-Enkler. "Man muss halt mal anfangen." Aus Kürenz bekam sie für die Vorlage "positive Signale mit einer Bitte: Den Ausbau der Kürenzer Straße und die Sperrung der Reichsabtei erst nach dem Moselbahndurchbruch und der Umgehung Kürenz".