Prämierung ist keine Schnapsidee

Prämierung ist keine Schnapsidee

Wer macht die besten Brände? Bereits zum 19. Mal hat die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz Betriebe ausgezeichnet. Aus der Hand von Staatssekretär Andy Becht erhielten die Brenner Urkunden sowie Kammerpreismünzen in Gold, Silber und Bronze.

Trier. In der Orangerie des Nells Park Hotels geht es hochprozentig zu. Zahlreiche Experten haben sich zur Edelbrandprämierung eingefunden und fachsimpeln vor dem offiziellen Beginn bei einem Glas Sekt. Dass die Bezeichnung "Schnaps" für die edel gebrannten Spirituosen aus Obst verpönt ist, wird dem Laien schnell klar.
Der 76-jährige Peter Schneider aus Welschbillig-Ittel verarbeitet seit seiner Jugend Obst zu Hochprozentigem und weiß: "Die Kunst des Brennens ist, Gut und Böse zu trennen." Wenn feines Obst verwendet, alle Details rund um Vor-, Mittel- und Nachlauf sowie Lagerung beachtet werden, entstehen etwa sieben Liter edler Brand aus 100 Kilogramm Früchten. Dass man den nicht in einem Zug in die Kehle kippt, ist für Kenner Ehrensache.
Sicherung der Qualität


In der Orangerie stehen Flaschen mit Obstbränden aus verschiedenen Kategorien auf langen Tischen: Kernobst, Steinobst, Wildobst, Beerenobst und Trauben. Doch bevor die Teilnehmer der Edelbrandprämierung davon kosten dürfen, findet die feierliche Verleihung der goldenen, silbernen und bronzenen Kammerpreismünzen im Tagungsraum statt. In seiner Rede betont der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Norbert Schindler, die Wichtigkeit der Prämierung von Edelbränden. Da es für Destillate keine dem Wein vergleichbare gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsprüfung gibt, stelle die Veranstaltung zudem eine Qualitätssicherungsmaßnahme dar.
Am Ende probieren alle



Insgesamt seien 637 Destillate ausgezeichnet worden, davon 217 mit Gold, 267 mit Silber und 157 mit Bronze. Dies beweise das durchgehend hohe Niveau, auf dem in Rheinland-Pfalz gebrannt werde, so Norbert Schindler. Anschließend überreicht Staatssekretär Andy Becht die Urkunden und Kammerpreismünzen an die Betriebe, darunter zahlreiche Ehrenpreise.
Im Anschluss an den offiziellen Teil nippen die Gäste an den zuvor ausgezeichneten Bränden und tauschen vermutlich den einen oder anderen Tipp zur Qualitätssteigerung aus, damit auch im nächsten Jahr ein Kammerpreis-Münzregen auf die Erzeuger prasseln kann.
Extra

In den Regionen Koblenz und Trier wurden 88 goldene, 97 silberne und 49 Bronze-Kammerpreismünzen vergeben. Staatsehrenpreise des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (Region Koblenz-Trier): Birkenhof-Brennerei GmbH, Nistertal und Edeldestillerie Jörg Blenz, Pommern. Die Siegerbrände 2016 (Region Koblenz-Trier): Kernobst: Quittenbrand im Kastanienfass gelagert (Brennerei Christian Schütz, Rehlingen-Siersburg). Steinobst: Sauerkirschbrand (Brennerei Michael Berweiler, Klüsserath). Beerenobst: Waldhimbeergeist (Vierhasen - kleine südwestfälische Brennerei, H.P. Hasenstab, Hilchenbach). Trauben: Alter Weinhefebrand im Eichenholzfass gelagert (Weingut & Brennerei Johannes Löwen, Mehring). Wildobst: Vogelbeerbrand durch Mazeration und Destillation (Birkenhof-Brennerei GmbH, Nistertal). kap Das komplette Prämierungsverzeichnis kann angefordert werden bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Telefon 06321/9170 oder unter <%LINK auto="true" href="http://www.lwk-rlp.de" text="www.lwk-rlp.de" class="more"%>