Präzise Einwände

Zur Diskussion um die geplante Photovoltaikanlage auf der Kenner Sang:

In zwei Leserbriefen wurde den Gegnern der Photovoltaikanlage auf der Flur Sang bei Kenn vorgeworfen, sie blockierten die angesichts des Klimawandels so wichtige Entwicklung der Solarenergienutzung. Das ist unzutreffend.

Alle Kritiker der Anlage halten prinzipiell den Ausbau der Photovoltaik für dringend notwendig und begrüßen grundsätzlich, dass die Verbandsgemeinde Schweich eine Vorreiterrolle übernommen hat. Mehrere Anlagen sind dort bereits gebaut worden bzw. in Planung, ohne dass es Widerstände aus der Bevölkerung oder von Umweltverbänden gegeben hat.

Im einzelnen ist jedoch bei allen Projekten zu prüfen, ob es Konflikte mit anderen Nutzungsinteressen oder öffentlichen Belangen wie dem Naturschutz gibt.

Um unnötige Auseinandersetzungen zu verhindern, wurde im Falle der Windenergie für Rheinland-Pfalz unter Federführung der Landesregierung ein raumplanerisches Konzept zur Steuerung des Baues von Anlagen erarbeitet, das sich bewährt hat.

Eine solche überregionale Steuerung ist auch bei der Photovoltaik dringend notwendig, wie der Fall Sang zeigt. Dort wurde ein Planungsverfahren in großer Eile durchgezogen, obwohl es speziell an diesem Standort massive Interessenkonflikte gibt, wie die Leserbriefdiskussion gezeigt hat.

Neben der Bürgerinitiative und der Stadt Trier waren von vornherein auch einige Umweltverbände gegen diese Anlage. Sie haben im Hinblick auf Artenschutz, Landschaftsbild und Eignung für die Naherholung präzise Einwände vorgebracht, die teils Standortfaktoren selbst, teils aber auch Verfahrensfragen betreffen.

Hans Reichert, Trier

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