Prallwände für mehr Schutz

TRIER. Jüngst wurde sie offiziell übergeben, genutzt wird sie von Schülern und Vereinssportlern aber schon länger. Die Mehrzweckhalle von MPG und AVG erhält viel Lob, es gibt aber auch Kritik – unter anderem wegen Verletzungsgefahren an Stahlstreben der Glaswand. Die Stadt will reagieren.

"Groß, hell, freundlich." Den Schlagworten, die AVG-Schulleiter Bernhard Hügle zur Charakterisierung der neuen Mehrzweckhalle von Max-Planck-Gymnasium (MPG) und Auguste-Viktoria-Gymnasium (AVG) heranzieht, schließen sich viele an. Sein MPG-Schulleiterkollege Ludwig Weyand etwa, oder die Basketball-Trainer der DJK/MJC Trier. Sowohl die Schulen als auch Vereinssportler nutzen die Halle schon länger. Es gibt viel Lob - für die Größe, auch die Sauberkeit oder die hohe Zahl an Korbanlagen auf neuem technischen Stand. "Infrastrukturell ist die Halle das Beste, was uns passieren konnte", sagt Helge Patzak, Trainer der MJC-Regionalliga-Basketballer. Sein Kollege Rainer Loch, Trainer des zweiten MJC-Basketballteams meint genauso wie die Schulvertreter: "Für uns ist die Halle optimal." Es gibt aber auch in mehreren Punkten Kritik. Der TV hat nachgehört.Wie wird die Verletzungsgefahr an den Stahlstreben der Glaswand gebannt? Ein charakteristisches Merkmal der Halle ist eine große Glasfront entlang der Seite zum Schulhof hin. Die so genannte "Pfosten-Riegel-Konstruktion" ist durchzogen von Stahlstreben. Diese Stahlprofile nehmen alle anfallenden Kräfte auf, so wird Ballwurfsicherheit gewährleistet. Das Problem aus Sicht von mehreren Trainern: Die Stahlstreben sind ins Halleninnere gebaut, so bergen Stoßkanten Verletzungsgefahr. Einen schmerzhaften Aufprall hat es offenbar schon gegeben. "Das ist ein Schildbürgerstreich, eigentlich müssten die Pfeiler außen sitzen, damit das Glas im Halleninnern bündig anliegt", sagt Loch. Solch eine Variante sei aus bauphysikalischen Gründen aber "nicht sinnvoll" gewesen, entgegnet die Stadtverwaltung auf TV-Anfrage. Doch es wird nachgebessert, das zwischenzeitlich angebrachte Schutzprovisorium aus Schaumstoff und Matten werde durch Glas- und Holzprallwände ersetzt. "Aufgrund eines Unfalls fand ein Ortstermin mit dem Gemeindeunfallverband statt. Hier wurde eine Aufrüstung vereinbart, um ein Verletzungsrisiko zu minimieren", teilt der städtische Pressesprecher Hans-Günther Lanfer mit. Neue Motoren für die Fenster

Warum haben nicht alle Zuschauer gute Sicht aufs Feld? Die für den Schulsport konzipierte Halle wird auch für Basketball-Wettkampfspiele genutzt. Nach den ersten Partien sagten Zuschauer auf Sitzplätzen der Empore, dass nicht von überall gute Sicht aufs Feld besteht. Grund ist ein "Vorbau", der zum Treppenhaus und Aufzug gehört und außerdem einen mobilen Regiestandort bietet. "Es war uns durchaus bewusst, dass es in der Nähe des ,Vorbaus' zu Sichtbehinderungen kommt", heißt es aus der Stadtverwaltung. Doch um sich vom "Standardprogramm" abzusetzen, das keine Tribünen vorgesehen hätte, und Verbesserungen für den Großteil der Nutzungen zu erreichen, habe man sich entschlossen, auch Sitzplätze zu installieren.Warum können bislang die Fenster nicht geöffnet werden? Obwohl das Öffnen der Fenster für die Belüftung der Halle nicht notwendig ist, kann ein Teil mechanisch geöffnet werden. Die Stadtverwaltung verweist jedoch auf falsch gelieferte Motoren. "Sie werden in Kürze ausgetauscht. Das hat sich verzögert, da der damit beauftragten Firma gekündigt werden und erst eine erneute Ausschreibung erfolgen musste."Warum gibt es für Zuschauer keine Toiletten in der Halle? Während es in der Halle Sportler- und Behindertentoiletten gibt, müssen Zuschauer die "Stillen Örtchen" im AVG aufsuchen. Das ist Teil der Konzeption. Zuschauer-Toiletten in der Halle zu bauen, wäre laut Stadtverwaltung zu Lasten der Pausenhoffläche gegangen. Lanfer: "Deshalb wurde die Toilettenanlage im AVG umgebaut. Der Zugang zu den Toiletten erfolgt komplett überdacht und ist witterungsunabhängig."