Preisanstieg für Wohngrundstücke in Kürenz, Olewig, Heiligkreuz und Tarforst über dem Durchschnitt

Wohnen : Trierer Bodenpreise: Simeonstraße toppt  alles

Nahe der Porta Nigra zählt die Hauptgeschäftsstraße zum teuersten Pflaster der Stadt.  In Kürenz, Olewig, Heiligkreuz und Tarforst liegt der Preisanstieg für Wohngrundstücke über dem Durchschnitt. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Trierer Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor. Die Werte werden alle zwei Jahre ermittelt.

Mit einem Plus von rund 15 Prozent in den vergangenen  zwei Jahren sind die Richtwerte für Wohnbauflächen (siehe Info I)  in Kürenz, Olewig, Heiligkreuz und Tarforst besonders stark gestiegen.

Der Durchschnittswert in Trier liegt bei neun Prozent. Das geht aus dem zum Stichtag 1. Januar 2020 neu festgesetzten Daten des Trierer Gutachterausschusses (siehe Info II) hervor. Der Bodenrichtwert gibt den Wert eines Quadratmeters unbebauten Bodens an. Es handelt sich um einen Durchschnittswert, der alle zwei Jahre von dem Gutachterausschuss aus Grundstückskaufverträgen abgeleitet wird. Unterschieden werden  Richtwerte etwa in Neubaugebieten, Geschäftslagen, Gewerbegebieten oder  für Freiflächen.

Tabelle Kosten Trier. Foto: TV/Scheidweiler, Jonas

Geschäftslagen In dem Trierer Boden-Marktsegment „Geschäftslagen“ ist die Entwicklung laut Gutachterausschuss noch dynamischer. Bei innerstädtischen Geschäftslagen in der Fußgängerzone stellten die Immobilienexperten ein durchschnittliches Plus von 17 Prozent fest. Dieser Bereich hat die höchsten Bodenpreise im gesamten Stadtgebiet. Dabei gibt es deutliche Unterschiede: Die Spanne reicht von dem Abschnitt der Simeonstraße, der an den Hauptmarkt angrenzt (11 100 Euro pro Quadratmeter) bis zur unteren Neustraße mit 1400 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2018 lag der Wert in der Simeonstraße noch bei 9400 Euro pro Quadratmeter, 2016 waren es noch 6900 Euro.

Die Bodenwerte für Einzelhandelsgrundstücke in der Fußgängerzone sind abhängig von der Ertragssituation der Grundstücke.  Sie hängen vor allem ab von den Mieten im Einzelhandel und der Kaufpreisentwicklung dieser Immobilien.

Abriss und Neubau Die Analyse des Gutachterausschusses ergab außerdem, dass sich in den vergangenen beiden Jahren der Trend fortgesetzt hat, nach dem Kauf bebauter Wohngrundstücke ältere Häuser abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, die den Investoren eine höhere Rendite versprechen. Diese Entwicklung gab es zunächst nur in guten hochpreisigen Lagen, seit 2016 wird sie aber zunehmend auch in mittleren und einfachen Lagen registriert.

Neubaugebiete Der Gutachterbericht verzeichnet bei den Bodenwerten auch eine deutliche Spanne zwischen den zuletzt ausgewiesenen Neubaugebieten: An der Spitze liegt Castelnau (325 bis 350 Euro pro Quadratmeter), knapp dahinter rangieren der Petrisberg (340 Euro) sowie Tarforst und Filsch (305 Euro). Deutlich günstiger ist es in Biewer mit 180 Euro.

Wohn- und Geschäftshäuser Nicht ganz so hoch wie in den reinen Wohnlagen fallen die Bodenwertzuwächse in Wohn- und Geschäftshäusern der Innenstadt und angrenzenden Vierteln aus. Das durchschnittliche Plus beträgt neun Prozent. Die konkreten Daten für einzelne Straßen zeigen auch hier die Unterschiede auf: In der Kloschinskystraße in Trier-Nord wird ein Bodenrichtwert von 580 Euro pro Quadratmeter verzeichnet, teurer ist es in der Nikolausstraße in Trier-Süd (690) und der Feldstraße in der Innenstadt (920 Euro). Die tatsächlichen Kaufpreise für Wohnbaugründstücke fallen aber wegen der dynamischen Marktentwicklung oft deutlich höher aus.

Gewerbeflächen Bei den Gewerbeflächen gab es in der Talstadt nur wenige Kaufverträge. Daher war es nicht nötig, die Bodenrichtwerte zu ändern. Sie liegen in den innenstadtnahen Bereichen nach wie vor zwischen 80 Euro in der Güter- und 120 Euro in der Gerberstraße.

Gewerbegebiete Für die großen Gewerbegebiete gelten folgende Richtwerte: 95 Euro in der Loebstraße, 80 in der Ottostraße in Trier-West und 50 Euro in der Niederstraße in Euren.

Landwirtschaftliche Flächen Kaum Bewegung der Richtwerte gab es auch bei landwirtschaftlich genutzten Flächen (Äcker und Grünland). Sie liegen nach wie vor zwischen 0,55 Euro in Eitelsbach und zwischen 1,50 und 1,70 Euro in Moselnähe in Ehrang, auf der Kenner Flur oder in Zewen.

Freizeitflächen Hingegen haben sich in den vergangenen Jahren Naherholungs- und Freizeitflächen deutlich verteuert. Der durchschnittliche Anstieg beträgt zehn Prozent. Am Grüneberg in Kürenz liegen die Richtwerte bei 2,40 Euro, am Langenberg zwischen Euren und Zewen mit 5,50 Euro deutlich höher.

Die neuen Bodenrichtwerte können in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses Montag bis Freitag 8.30 bis 12 Uhr sowie Donnerstag 14 bis 16 Uhr eingesehen werden. Telefonische Auskünfte sind auf durchschnittlichen Daten für einzelne Stadtteile beschränkt und von 10 bis 12 Uhr (Telefon: 0651/718-3693) erhältlich. Kostenpflichtige schriftliche Auskünfte sind nach vorherigem Antrag per Fax (0651/718-3692) verfügbar. Die Richtwerte stehen im Internet: www.geoportal.trier.de (Bauen und Wohnen/Bodenrichtwerte) sowie www.gutachterausschuss.trier.de