Priorität für Trier-West

In Trier-West hat sich bereits viel getan: "Runder Tisch", Programm "Soziale Stadt", "LOS"-Förderprojekte. Auf einer Stadtteilkonferenz im Dechant-Engel-Haus wurde nun, zweieinhalb Jahre nach dem Bürgergutachten, Bilanz gezogen - und die Stadt in die Pflicht genommen.

Trier-West. (QO). Früher war es vor allem die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen, nun sind es auch Verkehrs- und Wirtschaftsfragen: ",Am Runden Tisch' sind mittlerweile alle Einrichtungen in Trier-West und Pallien beteiligt", sagte Leiterin Dagmar Burozzadeh.Städtebauliche Mängel und schlechte Außenwirkung

Die Ergebnisse des Bürgergutachtens von 2004 wurden nochmals kurz vorgestellt. Trier-West leide unter städtebaulichen Mängeln und einer schlechten Außenwirkung. Der zunehmende Durchgangsverkehr solle aus dem Stadtteil heraus, für die Schrotthändler müsse ein Areal gefunden werden. Aufgrund der komplexen Probleme in Trier-West gebe es eine Wegzugtendenz. "Trier-West wurde bei der städtischen Entwicklung abgehängt", sagte Pater Reinhard Büker vom Jugendwerk "Don Bosco". Positiv für den Stadtteil habe sich etwa das seit Ende 2003 laufende Programm "Soziale Stadt" ausgewirkt. Das Betreuungsangebot der Einrichtungen sei erweitert worden, und die Stadtteilzeitung werde sehr gut angenommen, berichtete Stadtteilmanagerin Birgit Pütz. Dennoch resignierten viele Trier-Wester. "Da muss noch viel passieren!".OB Klaus Jensen versprach: "Bei der Planung für die kommenden Jahre steht Trier-West im Mittelpunkt." Für das Programm "Soziale Stadt" liege ein integriertes Handlungskonzept vor.Sanierung der Gneisenau-Kaserne

Vor allem im Tal solle Trier attraktiver gemacht werden - etwa in Bezug auf Wohnen und auf die Mosel. Sozialdezernent Georg Bernarding, seit 10 Jahren Mitglied des "Runden Tisch", versprach, sich für die weitere Sanierung der Gneisenaukaserne einzusetzen. Mit der Denkmalpflege müssten Kompromisse gefunden werden, erhebliche Förderung sei notwendig - auch für die Renovierung städtischer Wohnungen etwa am Irminenwingert und im Schankenbungert. Den auf der Stadtteilkonferenz anwesenden Schrotthändlern teilte er mit, für ein gemeinsames Areal liefen zur Zeit Gespräche mit der Hafengesellschaft und den dortigen Betrieben. Wegen der Kündigung der Hallen in Feyen solle mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verhandelt werden.In Bezug auf den Verkehr und die Brachflächen in Trier-West konnte der Stadtvorstand keine konkreten Maßnahmen zusagen. "Ich nehme mir heute mit, dass hier viel zu tun ist", sagte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani. Dagmar Burozzadeh resümierte: "Ich bin froh, dass Trier-West bei der Stadt Priorität bekommt!"