Pro und Contra Moselaufstieg - Kammern fordern Bau, Grüne den Verzicht

Kostenpflichtiger Inhalt: Kontroverse : Pro und Contra Moselaufstieg - Kammern fordern Bau, Grüne den Verzicht

Der Moselaufstieg – auch als Westumfahrung Trier bekannt – ist zwar ein Projekt des Bundes, wird auch von diesem bezahlt und vom rheinland-pfälzischen Landesbetrieb Mobilität geplant. Gleichwohl wurde kontrovers über Sinn und Unsinn des Vorhabens diskutiert.

Sowohl der Kreistag Trier-Saarburg als auch der Stadtrat Trier haben sich mehrheitlich für den Bau der Straße ausgesprochen.

Nun gibt es einen neuerlichen Vorstoß der Fraktion der Grünen im Trierer Stadtrat. Für die Sitzung am 26. September haben sie einen Resolutionsentwurf eingebracht. Dessen Kernpunkte: Der Stadtrat soll die Bundesregierung auffordern, alle Planungen zum Mosel­aufstieg unverzüglich einzustellen und das Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen. Die für das Projekt vorgesehenen Mittel sollen stattdessen in die Sanierung und den Ausbau des regionalen Schienennetzes investiert werden. Zur Begründung wird unter anderem ausgeführt, dass der Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen habe. Der Moselaufstieg führe „zu einem erhöhten Aufkommen des motorisierten Straßenverkehrs, der zur Klimarettung reduziert werden muss“. Weiterhin würden Tausende Bäume gefällt und werde das dortige Ökosystem Wald durchtrennt.

Eine andere Haltung nimmt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier ein. Wilfried Ebel, Leiter Infrastruktur, Raumordnung, Verkehrspolitik, stellt fest: „Es gibt bislang keine uns bekannten Anhaltspunkte, die am Bedarf der Westumfahrung Trier zweifeln lassen.“ Die IHK Trier sei weiterhin davon überzeugt, dass die Nord- und Westumfahrung Trier gemeinsam, aber auch die Westumfahrung Trier allein zu einer wesentlichen Entlastung des Trierer Talraums vom Durchgangsverkehr beitragen würden. Außerdem könne die Umfahrung wichtige Wachstumsimpulse für die Industrie- und Gewerbegebiete im Trierer Süden und im Raum Konz-Saarburg liefern. Auch für Pendlerverkehre von und nach Luxemburg könnte die Westumfahrung Trier eine verträglichere Abwicklung ermöglichen.

Ebels Kollege Matthias Schwalbach, Geschäftsführer und Leiter der Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer Trier (HWK), argumentiert ähnlich. „Wir brauchen den Moselaufstieg! Nur mit dem Moselaufstieg können die Menschen im Trierer Tal wirkungsvoll von Schadstoff- und Lärmemissionen entlastet werden.“ Viele Handwerker kämen mit ihren Aufträgen kaum noch nach. „Der Kunde wartet auf den Unternehmer, aber der steht oft im Stau.“ Dagegen helfe der Moselaufstieg. Die HWK trete außerdem für einen besseren grenzüberschreitenden ÖPNV ein. Die Menschen müssten attraktive Alternativen erhalten, um das eigene Auto stehen zu lassen. „Wenn es gelingt, die Mosel von den Blechlawinen zu befreien, eröffnen sich neue Chancen, Trier als Stadt am Fluss zu positionieren“, sagt Schwalbach.