Probefahrt in die Zukunft

Der Gemeinderat Aach hat einer vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) präsentierten Studie für den kreuzungsfreien Ausbau der B 51 in Hohensonne zugestimmt. Danach soll die Bundesstraße einige Meter östlich der jetzigen Trasse neu gebaut und aus Lärmschutzgründen tiefer gelegt werden.

Aach. (alf) Es war kein neues Computerspiel, das dem Gemeinderat Aach und den etwa 20 anwesenden Bürgern am Montagabend vorgestellt wurde. Was LBM-Chefin Edeltrud Bayer und ihr Mitarbeiter Franz Peters mit einem Beamer auf die Leinwand warfen, war eine täuschend echt wirkende Probefahrt auf der B 51, wie sie in einigen Jahren im Bereich von Hohensonne einmal Realität werden könnte. Das Trierer Büro V-KON hatte im Auftrag des LBM zwei Varianten für den kreuzungsfreien Ausbau der Bundesstraße als Computer-Visualisierung entwickelt.

Der Rat entschied sich einhellig für "Variante 1": Danach dient die bestehende Trasse der B 51 in verschmälerter Version als Zufahrt für den westlichen Teil von Hohensonne. Die B 51 wird einige Meter weiter östlich dreispurig neu gebaut und aus Lärmschutzgründen tiefer gelegt. Auch hier soll die Wohnbebauung mittels Rampe an die "Bitburger" angeschlossen werden. Wunsch des Rates ist ein Erdwall als zusätzlicher Lärmschutz für die Aacher Straße. Über eine Brücke, die auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann, gelangen Kraftfahrer auf die andere Seite.

Variante zwei beinhaltet neben einer Autobrücke eine schmale Geh- und Radwegbrücke. Die Verknüpfung soll ein Kreisel gewährleisten. Der Lärmschutz sei geringer als bei Studie Nummer eins, weil die Trasse nicht so tief liege, sagte Edeltrud Bayer; außerdem sei der Eingriff in die Natur größer.

Die Umsetzung beider Studien bedingt den Abriss von vier Häusern auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Bitburg. Die Verhandlungen zum Kauf der Häuser sind noch nicht abgeschlossen; auf Vermittlung des LBM ist der Verkehrswert der Immobilien aber bereits gutachterlich ermittelt worden. Ein Teil der Hausbesitzer hat eigene Gutachten in Auftrag gegeben. Variante 1 favorisiert auch Trier-Lands Bürgermeister Wolfgang Reiland: "Das ist ein vernünftiger Ansatz. Jetzt muss es noch eine Entschädigung für die Häuser geben, mit der beide Seiten klarkommen." Der Rat lege Wert auf eine faire Verhandlung mit den Hausbesitzern, die vier dürften nicht die Verlierer in diesem Spiel sein, machte Ortsbürgermeister Ralf Kierspel deutlich. LBM-Leiterin Bayer hofft, dass 2010 das Planfeststellungsverfahren beginnen kann. Es gebe "Signale, dass man das Projekt vorrangig behandeln wird".