Probleme mit der Blase

TRIER. (red) Die Harninkontinenz ist ein für die Patienten quälendes und mit Schamgefühlen verbundenes Leiden. Gemeinsam mit niedergelassenen Gynäkologen und Urologen klären am 3. März ab 10 Uhr im Park Plaza-Hotel Mediziner, eine Psychologin und eine Physiotherapeutin über mögliche Behandlungsformen auf.

"Das ist ja nichts Schlimmes, oder?" Minna Lichte aus Ormont in der Eifel ist eine der wenigen Frauen, die wegen ihrer Inkontinenz keine Schamgefühle hatte. "Ich habe in unserer Landwirtschaft und der Metzgerei immer mitgearbeitet und war dort viel in den Kühlhäusern", berichtet die agile Rentnerin. "Hinzu kamen zwei Geburten und drei Fehlgeburten, da kann das doch passieren, oder?" Neue Lebensqualität

Die 71-jährige Rentnerin sprach ihren Frauenarzt in Prüm auf ihr Problem hin an, der sie an das Klinikum Mutterhaus überwiesen hat. "Frau Lichte haben wir hier wegen ihrer Schließmuskelschwäche und der gesenkten Blase behandelt", so Oberarzt Dr. Thomas Scheyer aus der Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe. "Wir haben mit einer örtlichen Betäubung ein TVT gelegt. Das ist ein so genanntes Tension-free Vaginal Tape oder zu deutsch ein spannungsfreies Scheidenband. Ein spezielles Band hebt und stützt die Blase spannungsfrei. Das Band selbst wird lediglich ins Gewebe gelegt und bleibt unfixiert." Für Minna Lichte ist eine neue Zeit angebrochen. "Ich habe jetzt eine ganz neue Lebensqualität", freut sie sich. "Vor allem mit meinen drei Enkel- und vier Urenkelkindern kann ich nun viel entspannter spielen. Nachts muss ich nicht mehr jede Stunde aufstehen, endlich kann ich gut schlafen." Das Legen eines TVT ist nur eine der verschiedenen Möglichkeiten, das weit verbreitete Leiden der Inkontinenz zu behandeln. Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen hat alle niedergelassenen Gynäkologen, Urologen und Allgemeinmediziner zu einem Informationsnachmittag am 28. Februar eingeladen, um die ambulante und stationäre Versorgung weiter zu verzahnen. Bei dem Patientenseminar am 3. März von 10 bis 13 Uhr im Park Plaza-Hotel am Nikolaus-Koch-Platz werden umfangreiche Informationen zur interdisziplinären Behandlung und Therapie der Harninkontinenz gegeben.Psychotherapie und Beckenbodengymnastik

Nach einer Einführung von Chefarzt Prof. Dr. Jürgen Hanker berichtet die Konzer Gynäkologin Dr. Christa Kärner über die vielfältigen Beschwerdeformen der Inkontinenz in der gynäkologischen Praxis. Dr. Mark Indig, Urologe aus Trier, beschäftigt sich mit der Frage, wie Urologie und Gynäkologie gemeinsam zu mehr Sicherheit und Erfolg für die Patienten führen können. Über Chancen und Risiken von Operationen referiert Dr. Thomas Scheyer aus dem Klinikum Mutterhaus. Ebenfalls aus dem Klinikum berichtet Diplom-Psychologin Brigitte Bogdanski über die Möglichkeiten der Psychotherapie sowie Physiotherapeutin Corinna Daum zum Thema Beckenbodengymnastik. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Informationen unter: www.mutterhaus.de