Projekt .sredna in der Herz-Jesu-Kirche

Trier-Süd : Kirche lädt ein nach Herz-Jesu – für Trier-Süd

Was kann aus kirchlicher Sicht für das Zusammenleben in Trier-Süd getan werden? Zu dieser Frage hat das Projekt .sredna zum Tischgespräch in die Herz Jesu-Kirche geladen. Die Experten Jan Eitel und Simeon Friedrich stellten sich den Fragen der Anwohner.

Andere Wege beschreiten und andere Eindrücke gewinnen: das möchte die Trierer Gemeinde Herz Jesu mit ihrem über zehn Wochen laufenden Projekt .sredna, das in diesem Jahr seine dritte Auflage erlebt. Seit Mitte April findet das bunte Programm mit viel Musik, Kunst und Austausch statt.

Zu den regelmäßigen Terminen gehören die freitagabendlichen Tischgespräche in der stimmungsvoll beleuchteten Herz-Jesu-Kirche.

Mitten im Raum hat ein aus früheren Jugendwallfahrten stammendes Kreuz Platz gefunden, unterhalb der Orgel sind einige Tische und Stühle verteilt. Speisen und Getränke, etwa Teerdisch mit Apfelmus und Wein, laden zum Verweilen und Genießen ein.

Zum Thema „Das Kreuz im Viertel“ sind Projekt- und Standortentwickler Jan Eitel und der städtische Sozialraumplaner Simeon Friedrich zu Gast. Die Fragestellung: Welchen Beitrag kann die Kirche für das Zusammenleben in Triers Süden und für eine soziale Stadtentwicklung leisten?

Jan Eitel hat aus seinen Erfahrungen mit der Entwicklung des Petrisbergs und des Geländes Castelnau in Trier gelernt: „Vernetzung ist wichtig. Man muss nach Akteuren suchen, um Stadtteilräume und Treffpunkte zu entwickeln.“ Seine frühere Überzeugung „nicht über ungelegte Eier reden“ habe er revidiert.

Simeon Friedrich ergänzt, auch eine stärkere Verbindung zwischen Kirche und Kommune sei sinnvoll. So funktioniere ein Stadtteiltreff kaum ohne hauptamtliches Personal. Allerdings sei die Stadt Trier etwa bezüglich Bürgerhäusern dem Spardiktat unterworfen.

Gästen des Abends, etwa aus dem Ortsbeirat, schwebt in dieser Hinsicht die Renovierung und Nutzung ausgedienter Schulräume vor. Räume würden dringend gesucht, etwa von Vereinen und dem Jugendtreff Südpol. Neue Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding werden vorgeschlagen.

Weitere Ideen für Trier-Süd: Das in den nächsten Jahren freiwerdende Feuerwehrgelände am St.-Barbara-Ufer solle für eine stärkere Anbindung des Viertels an die Mosel genutzt werden. Auch der Hubert-Neuerburg-Park beim Finanzamt müsse attraktiver werden, etwa durch Grillplätze.

Auch das ewig auf den Nägeln brennende Thema Wohnen kommt zur Sprache. Jan Eitel erklärt, dass vor allem horrende Mieten für alte, schlecht renovierte Wohnungen vermieden werden sollten.

Eine soziale Durchmischung in der Südstadt sei wichtig und müsse erhalten werden – darin waren sich die Anwesenden einig. Nach gut anderthalb Stunden angeregten Diskussionen stellt der Gastgeber, Pfarrer Ralf Schmitz, fest: „Wir müssen noch mehr raus, um zu sehen, was sich im Viertel tut.“

Mehr Bewusstsein für andere Gruppierungen, auch andere Glaubensrichtungen, finde er sinnvoll. „Wir wollen keine Forderungen stellen, sondern einfach gucken, was geht.“

„Ich finde es ermutigend, dass viele Multiplikatoren hier waren“, resümiert Simeon Friedrich. „Wir alle wollen ja etwas bewegen.“ Die Ideen etwa für Schulgebäude und Neuerburg-Park nehme er mit.

Jan Eitels Einsicht: „Gelegenheiten, sich zu erklären und den anderen zuzuhören, sind immer wieder wichtig.“ Im Viertel solle man den Vermieter, den Kneipenwirt oder den Bäcker als Partner sehen.

Mehr von Volksfreund