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Projekt „willkommens-netz“ endet – Engagement wird fortgeführt

Gemeinsame Aktion von Bistum und Caritas : Willkommensprojekt für Flüchtlinge endet, Hilfe für Benachteiligte geht weiter

(red) Das Bistum Trier und der Diözesan-Caritasverband Trier treten weiter für soziale Teilhabe Benachteiligter ein. Zwar läuft Ende 2020 das auf ursprünglich fünf Jahre angelegte, gemeinsame Flüchtlingshilfe-Projekt „willkommens-netz“ aus.

Das Engagement für Geflüchtete und andere gesellschaftlich benachteiligte Gruppen soll jedoch fortgesetzt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

 „Das willkommens-netz bildete sich vielfach zu einem Ort der Gemeinschaft, einem Ort der Informationen und Vernetzung von Beratungsdiensten und Behörden, einem Ort der Begegnung und der Freundschaft, einem Ort, an dem auch Misserfolge oder Enttäuschungen gemeinsam ertragen und Erfolge gefeiert wurden“, erklärt Bischof Stephan Ackermann rückblickend in einer Video-Botschaft. Er betont: „Das Projekt endet nun. Die Aufgabe der Integration derer, die bleiben werden, geht aber weiter.“

Insgesamt hatten sich in den vergangenen fünf Jahren rund 1100 Ehrenamtliche pro Jahr engagiert. „Wir haben in unserem Projekt willkommens-netz das Thema Integration weit gefasst und mit dem Begriff ‚Soziale Teilhabe‘ umschrieben. Das ist deshalb wichtig, weil Integration in allen Teilen unserer Gesellschaft funktionieren muss“, erklärt Simone Thiel, Leiterin der Abteilung Gesellschaft und Politik im Bischöflichen Generalvikariat. Das schließe natürlich Geflüchtete mit ein, „allerdings stellen wir diese Gruppe nicht heraus“. Das sozialraumorientierte Projekt wird also in bedarfsorientierter Version fortgeführt. Thiel: „Wir brechen die Hilfe nicht ab, sondern wir weiten sie auf mehrere Zielgruppen aus.“ 

Künftige Kernpunkte sind die ausländerrechtliche Verfahrensberatung, die Förderung von Netzwerkern, fachkundige Hilfe für traumatisierte Geflüchtete und die Weiterführung des Flüchtlingsfonds. Die spezialisierte Verfahrensberatung für ratsuchende Migranten behandelt Themen wie Familienzusammenführung, Ausbildungsduldung und Einbürgerung, die trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen relevant bleiben. Künftig blieben zu diesem Zweck vier Vollzeitstellen in den Caritasstadtverbänden Koblenz, Trier, Saarbrücken und in der Erstaufnahmeeinrichtung in Lebach erhalten. Die Förderung ist auf fünf Jahre ausgelegt, wobei das Bistum Trier die Hälfte der Kosten übernehme. Die andere Hälfte werde von den Ortscaritasverbänden sowie vom Diözesancaritasverband übernommen, sagt Thiel.

Besonderes Augenmerk wolle man zudem Netzwerker in der Integrationsarbeit legen, da sie als Bindeglied den Austausch zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen gewährleisten. „Integrationsarbeit vor Ort braucht Unterstützung“, weiß Simone Thiel. Bei allen beteiligten Ortscaritasverbänden werde jeweils eine halbe Stelle weiter gefördert. 

Fachkundige Hilfe bieten Bistum und Caritas auch weiterhin für Geflüchtete, die während ihrer Flucht traumatischen Erlebnissen ausgesetzt waren: In den psychosozialen Zentren in Mayen und Trier hat das Bistum in den vergangenen fünf Jahren jeweils zwei halbe Stellen gefördert. Dort wurden durchschnittlich 144 Beratungen pro Jahr geleistet. Diese Stellen werden weiterhin finanziert. Auch der bereits etablierte Flüchtlingsfonds, der insgesamt 121 Akteure unterstützt, wird Bestand haben – nun unter dem Namen „Fonds für soziale Teilhabe“. Davon profitiert etwa die diakonische Arbeit von 55 Pfarreien, der Ortscaritasverbände, katholischer Verbände wie die Katholische Erwachsenenbildung (KEB), der Lebensberatung und Familienbildungsstätten. Damit konnten bislang bistumsweit 383 Projekte gefördert werden, darunter Begegnungstreffs, Fahrradwerkstätten, Sprachkurse und Aktionen in den Gemeinden. Das Bistum stellt hierfür 150 000 Euro pro Jahr bereit. 

Weitere Informationen gibt es auf www.willkommens-netz.de