Prostituierten-Schlägereien ängstigen Ruwerer Bürger

Trier-Ruwer · Seit dem 1. Oktober hat es mehrfach Schlägereien zwischen Prostituierten in der Ruwerer Straße gegeben, die zu Polizeieinsätzen führten (der TV berichtete). Dieses brisante Thema ist unter anderem Gegenstand der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Ruwer/Eitelsbach gewesen.

Trier-Ruwer. "Ich konnte es kaum glauben, als ich heute von den Schlägereien in der Zeitung gelesen habe", sagte Ortsvorsteherin Monika Thenot (CDU) auf der Sitzung des Ortsbeirats. Sofort habe sie dem Dezernenten Thomas Egger, der unter anderem für Sicherheit und Ordnung zuständig ist, geschrieben.
Die Bürger hätten Angst, abends an der Bushaltestelle in der Ruwerer Straße zu warten oder auszusteigen. Außerdem sei der Straßenstrich kein Aushängeschild für den Ortseingang Ruwer und das gesamte Ruwertal. Eine Änderung des Sperrgebiets, welches in Ruwer die Straßenprostitution verbieten würde, steht derzeit noch aus.
Ratsmitglied Karl Kirsten (CDU) wies darauf hin, dass die vom Ortsbeirat geforderte Ergänzung des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Trier-Nord II" in der amtlichen Bekanntmachung vom August nicht umgesetzt wurde. Der Ortsbeirat hatte angeregt, bei der Art der baulichen Nutzung nicht nur "Bordelle und bordellartige Betriebe" auszunehmen, sondern auch ausdrücklich die Hausprostitution. Monika Thenot versprach bei der Verwaltung nachzufragen.
Außerdem wurde in der Ortsbeiratssitzung über die Umleitung in Eitelsbach, die wegen der Baustelle in Mertesdorf eingerichtet wurde, gesprochen. Willi Winkler (CDU) mahnte enorme Engpässe durch die umgeleiteten Busse in Eitelsbach an. Auf Nachfrage beim Leiter des Tiefbauamts, Wolfgang van Bellen, stellte sich heraus, dass die Umleitung in dieser Form gar nicht bestehen dürfte. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) habe sich bei der Einrichtung der Umleitung nicht an die Absprachen mit der Stadt gehalten. Auch der Schwerlastverkehr würde nicht ordnungsgemäß umgeleitet. Die Umleitung soll nun schnellstmöglich korrigiert werden, da auch die Grundstücke der Anlieger und die Straßen schwer belastet und beschädigt werden könnten.
Die Vorlage zum Kinder- und Jugendförderplan für die Stadt Trier 2014-2017 wurde vom Ortsbeirat einstimmig angenommen. Karl Kirsten machte allerdings auf den Punkt 2.6 der Kurzfassung des Plans zur strategischen Ausrichtung des Jugendamts aufmerksam: "Abschließend soll darauf hingewiesen werden, dass mit den bestehenden personellen Ressourcen im Jugendamt eine umfassende effektive Steuerung in den [...] umrissenen Handlungsfeldern nicht gewährleistet werden kann."
Er frage sich, inwieweit der Plan überhaupt umsetzbar sei, wenn es bereits an Ressourcen zur Koordination mangele. Christiane Probst (FWG) erwiderte, dass in dem Bereich bereits viel getan wurde und auch in Zukunft noch viel verbessert werde. Insgesamt waren sich die Ratsmitglieder einig, dass der Plan zu unterstützen sei, da besonders die Erziehungshilfe zur Abwendung schwerwiegender Probleme, wie beispielsweise von Kriminalität, diene.
Des Weiteren wurde dem Ortsbeirat bei einem Besuch der Grundschule Ruwer ein Smartboard von Lehrerin Frau Jodes vorgestellt, da die Anschaffung eines zweiten Geräts unter anderem durch das Ortsteilbudget finanziert wird (der TV berichtete). Jodes betonte, dass die interaktive Tafel den Unterricht erleichtere: Es können beispielsweise verschiedene Lineaturen je nach Schuljahr an die Tafel geworfen werden, es gibt ein interaktives Geodreieck oder Zirkel für den Mathematikunterricht, und es können Bildergeschichten beschriftet werden.Extra

Am 20. Oktober geht laut Telekom das schnellere VDSL-Internet im unteren Ruwertal in Betrieb. Eine Informationsveranstaltung gibt es am 14. Oktober im Bürgerhaus Kasel und am 15. Oktober im Bürgerhaus Mertesdorf. Außerdem werden am 4. November um 19 Uhr im Bürgerhaus Kasel die Ergebnisse der projektbezogenen Untersuchung zum Flurbereinigungsverfahren in den Weinbergen vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) vorgestellt. jwa