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Prostitution in Trier: Rat gewährt Zuschuss für Beratungsstelle

Trier. Mit 18 000 Euro unterstützt die Stadt Trier die Einrichtung einer halben Stelle beim Gesundheitsamt zur Beratung und Unterstützung von Sexarbeiterinnen. Der Stadtrat hat diesen Zuschuss am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

Trier. Seit 2002 gilt in Deutschland eine der liberalsten Prostitutionsgesetzgebungen Europas. Dieses Gesetz schaffte die Sittenwidrigkeit ab, die für Prostituierte fehlende Rechtssicherheit bedeutete. Damit wurde die Situation der Sexarbeiter verbessert, aber dennoch fällt die Bilanz nach zehn Jahren gemischt aus. Die aktuelle Stürmung und Schließung eines Trierer Billig-Bordells durch die Polizei (der TV berichtete, siehe auch Seite 3) zeigte, dass Zuh älte rei und Menschenhandel weiterhin keine Ausnahmen sind.
Eine Verbesserung der oft inakzeptablen Arbeitsbedingungen von Prostituierten hat der Gesetzgeber bisher nicht erreicht. Bis heute gibt es weder eine Regulierung durch gewerberechtliche Auflagen noch regelmäßige Kontrollen von Prostitutionsbetrieben. Auf Initiative des Ordnungsdezernenten Thomas Egger wurde vor zwei Jahren der Arbeitskreis Straßenprostitution gebildet.
Beim Gesundheitsamt Trier existiert eine Beratungsstelle für sexuell übertragbare Erkrankungen. Bisher haben nach Angaben der Stadtverwaltung 60 Prostituierte dieses Angebot angenommen. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass verschärfte gesetzliche Regelungen wie in Frankreich zu einem noch zunehmenden Angebot an Sexarbeiterinnen führen werden.
Die Einrichtung einer zusätzlichen halben Sozialarbeiterinnenstelle im Gesundheitsamt Trier, die mit dem medizinischen Fachdienst eng kooperiert, sei daher dringend erforderlich, heißt es in der Beschlussvorlage. Die bisher angenommene Zahl von 120 aktiven Prostituierten in Trier sei nach aktuellen Erkenntnissen höher anzusetzen, erklärt die Stadtverwaltung. jp