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Prostitution: Nach Trier kommen Freier aus Luxemburg und Frankreich

Prostitution : Rotlicht-Boom – wieso Bordelle in Trier bei Luxemburgern und Franzosen so beliebt sind

In keinem anderen Bereich sind die Gesetze in Luxemburg, Frankreich und Deutschland so unterschiedlich wie bei der Prostitution. Das lockt viele über die Grenze - unter anderen nach Trier oder Saarbrücken.

Dass viele Luxemburger und Franzosen den Weg zu Prostituierten ins nach Trier oder ins benachbarte Saarland finden, hat mit den unterschiedlichen Gesetzgebungen zu tun.

Die Regelung in Luxemburg

Das luxemburgische Parlament hat im Februar 2018 ein neues Prostitutionsgesetz verabschiedet, nach dem Prostitution weder legalisiert noch kriminalisiert wird. Das hat das Tageblatt damals berichtet. Damit bewegt es sich weiter in der Grauzone: Zuhälterei ist zwar illegal, Freier werden aber nur bestraft, wenn die Prostituierte unter 18 Jahre alt, schutzbedürftig (in diesen beiden Fällen fallen Geldstrafen von 251 bis 50.000 Euro an) oder Opfer von Menschenhandel oder Zuhälterei ist (hier drohen acht Tage bis sechs Monate Gefängnis und ebenfalls eine Geldstrafe zwischen 251 und 50.000 Euro).

Gegen letzteres soll zudem härter vorgegangen werden. So kann die Polizei beispielsweise private Räume betreten, wenn die Indizien auf Zuhälterei und Menschenhandel hinweisen. Dafür braucht sie jedoch die Zustimmung der Staatsanwaltschaft.

Die Regelung in Frankreich

In Frankreich ist Prostitution strenger geregelt als in Deutschland. Während Sexarbeit und das Betreiben von Bordellen hier unter Auflagen erlaubt ist, ist der Kauf sexueller Dienstleistungen bei unseren Nachbarn verboten. Seit 2016 wurden die Sanktionen diesbezüglich sogar verschärft. Die Sexarbeiterinnen werden nicht bestraft, aber Freier, die erwischt werden, riskieren eine Geldstrafe von 1500 Euro – bei Wiederholungen sind bis zu 3750 Euro fällig. Wer ein illegales Bordell betreibt, kann zu bis zu zehn Jahren Haft verurteilt werden. Dazu droht außerdem eine Geldstrafe von 750.000 Euro.

Rotlicht-Boom in Grenzregionen

Und so entsteht in Grenzregionen zu Ländern, wo Prostitution legal ist, eine gewisse Konzentration an Angeboten. Das ist nicht nur in Trier oder im Saarland der Fall, sondern zum Beispiel an der spanischen Grenze im Ort La Jonquera. Für Bordellbetreiber und Sexarbeiterinnen ist die Nähe zu Frankreich ein Vorteil, sie bringt einfach zusätzliche Kundschaft und kurbelt das Geschäft an.

Laut dem Statistikamt Destatis gab es Ende 2020 insgesamt 48 Prostitutionsstätten in Rheinland-Pfalz, die nach dem Prostituiertenschutzgesetz eine Erlaubnis benötigen. Dabei kann es sich sowohl um ein größeres Bordell als auch um einzelne „Terminwohnungen“ handeln. Im Saarland sind aktuell 55 Prostitutionsstätten beim landesweit dafür zuständigen Regionalverband Saarbrücken registriert.

Straftaten im saarländischen Rotlichtmilieu

Dass Prostitution hierzulande legal ist, heißt aber nicht zwangsläufig, dass im Gewerbe alles mit rechten Dingen zu geht. In den vergangenen Jahren waren die Zahlen allerdings rückläufig, was die Kriminalität im saarländischen Rotlichtmilieu angeht. 2017 wurden insgesamt 63 milieutypische Straftaten in der Polizeistatistik erfasst.  2018 sank die Zahl auf 57.  2019 verzeichnete die Landespolizei lediglich 27 milieutypische Straftaten. Davon fielen 23 Fälle unter Ausübung der verbotenen Prostitution. „Dieser Tatbestand wird durch Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter erfüllt, wenn diese beharrlich gegen die geltende Rechtsverordnung verstoßen“, erklärt Kriminaloberkommissarin Melanie Mohrbach vom Landespolizeipräsidium. Dazu kamen vier Fälle von Zwangsprositution sowie ein Fall von Zuhälterei.