Protest mit Folgen: Flüchtlingsfamilie will keine Verlegung

Protest mit Folgen: Flüchtlingsfamilie will keine Verlegung

Vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Dasbachstraße hat eine somalische Asylbewerberin mit ihren Kindern für mehrere Minuten den Verkehr lahmgelegt. Die Polizei konnte die aufgebrachte Familie nach wenigen Minuten dazu bewegen, das Gespräch auf dem Gelände der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende weiterzuführen.

Trier. "Was ist los in der Dasbachstraße? ", fragte sich gestern gegen 12 Uhr manch ein Autofahrer. Mitten auf der Fahrbahn saß eine Frau mit ihren sieben Kindern. Der Verkehr staute sich in beide Fahrtrichtungen. Hupkonzerte und Schimpftiraden der Verkehrsteilnehmer begleiteten die Sitzblockade der wohl verzweifelten Asylbewerberin.

Private Gründe


Monika Peters, Pressesprecherin der Trierer Polizei, bestätigte den Vorfall auf TV-Anfrage. "Bisherigen Erkenntnissen zufolge wollte eine Asylbewerberin zusammen mit ihren sieben Kindern in einer Diskussion mit mehreren Mitarbeitern des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge nachdrücklich zum Ausdruck bringen, dass sie aus privaten Gründen nicht in die ihr zugewiesene Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende zurückgehen wolle", sagte Peters.
Die Diskussion habe die Frau auf der Fahrbahn geführt. Für etwa fünf bis zehn Minuten seien einzelne Verkehrsteilnehmer an der Weiterfahrt gehindert worden. Die Polizei habe die Menschen nach wenigen Minuten dazu bewegen können, das Gespräch auf dem Gelände der Aufnahmeeinrichtung - abseits der Fahrbahn - weiterzuführen.
650 Plätze in Trier belegt


Laut Wolfgang Bauer, dem Leiter der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA), stammt die Frau aus Somalia. Sie soll in einer Aufnahmeeinrichtung in Niedersachsen, in dem für sie zuständigen Bundesland, untergebracht werden. Die Verlegung sei rechtlich einwandfrei, betont Bauer. Aktuell seien 650 Plätze in der Afa belegt.
"Die sozialverträgliche Grenze liegt bei 550", sagt der Einrichtungsleiter. Proteste gehörten zum täglichen Geschehen, einen solchen Vorfall habe es allerdings erstmalig gegeben. kat