Protestanten wählen Leitung der Kirchengemeinden

Protestanten wählen Leitung der Kirchengemeinden

In einigen Kirchengemeinden im evangelischen Kirchenkreis Trier (EKKT) werden an diesem Sonntag die Presbyterien, die Kirchengemeindeleitungen, neu gewählt. Allerdings stehen die Mitglieder de facto schon fest: Überall gibt es genau so viele Kandidaten wie Sitze.

Trier. In neun von 20 Kirchengemeinden im EKKT sind an diesem Wochenende alle protestantischen Gemeindemitglieder, die konfirmiert oder mindestens 16 Jahre alt sind, dazu aufgerufen, ihre Presbyterien neu zu wählen.
Dabei hat die Wahl in den Gemeinden offenbar nur symbolischen Charakter: Auf TV-Anfrage teilte der evangelische Kirchenkreis Trier mit, dass in allen neun Gemeinden genau so viele Kandidaten zur Wahl stehen wie es Plätze im jeweiligen Presbyterium gibt. Diese Presbyterien gelten beim EKKT daher schon als gewählt.
Das Presbyterium (griechisch: Rat der Ältesten) ist die Leitung der jeweiligen Kirchengemeinde, in etwa vergleichbar mit dem Pfarrverwaltungsrat in der katholischen Kirche. Es setzt sich aus den von der Gemeinde gewählten Mitgliedern, den gewählten Vertretern der hauptamtlichen Mitarbeiter und der Pfarrerin beziehungsweise des Pfarrers zusammen. Die größte Besonderheit im Vergleich zu den Pfarrverwaltungsräten der römisch-katholischen Konfession: Die Presbyterien wählen ihren jeweiligen Pfarrer selbst ins Amt, er wird nicht von der Landeskirche bestimmt.
Die Mitglieder eines Presbyteriums sind nicht Interessenvertreter ihrer Wähler, sondern in ihren Entscheidungen "allein dem Wort Gottes, ihrem Gewissen und dem Gemeinschaftsgeist verpflichtet", wie es die Evangelische Kirche im Rheinland formuliert. Im Presbyterium haben alle Mitglieder bei den Entscheidungen gleiche Stimmen, egal ob Laien oder Theologen, hauptamtlich oder ehrenamtlich Tätige. Die Amtszeit der Presbyterinnen und Presbyter beträgt vier Jahre. Eine Gemeinde hat mindestens vier Presbyter, je nach Anzahl der Gemeindemitglieder entsprechend mehr.
Gewählt wird an diesem Sonntag in den Gemeinden Bernkastel-Kues, Ehrang, Gerolstein-Jünkerath, Konz-Karthaus, Thalfang-Morbach, Wittlich sowie in den Hunsrück-Gemeinden Sulzbach und Wirschweiler-Allenbach-Sensweiler. sve

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