Prozess gegen 86-Jährigen geplatzt

Justiz : Prozess gegen 86-Jährigen geplatzt

 Vor dem Landgericht Trier sollte heute der Prozess gegen einen 86-Jährigen aus dem Rhein-Lahn-Kreis beginnen, dem sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen wird.

Zum Verhandlungsauftakt vor der Dritten Großen Strafkammer waren am Montag alle Verfahrensbeteiligten erschienen – aber nicht der Angeklagte. Stattdessen teilte sein Verteidiger Stephan Völkel aus Bad Soden mit, dass sein Mandant am Sonntag einen Schlaganfall erlitten habe und in einem Koblenzer Krankenhaus liege. Entsprechende Belege der Klinik wurden der Kammer vorgelegt.

Daraufhin stellte der Vorsitzende Richter Armin Hardt das Verfahren ein. Ob es nochmals aufgenommen werden kann, so Hardt, sei wegen des Alters und des Gesundheitszustandes des Angeklagten fraglich.

Laut Anklageschrift habe sich der Mann von März 2008 bis Februar 2011 in 35 Fällen an seinem minderjährigen Enkelsohn vergangen. Tatorte seien das Haus des Angeklagten bei Koblenz als auch das Trierer Haus seines Sohnes und des Enkels gewesen.

Der inzwischen 21-jährige Enkel soll noch heute unter den psychischen Folgen der Taten leiden und wäre in dem Verfahren als Nebenkläger aufgetreten. Er und seine Angehörigen sind enttäuscht – sie hatten rund vier Jahre auf die Eröffnung des Hauptverfahrens warten müssen.

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