QuattroPole als Markenzeichen

TRIER. Was ist QuattroPole? Das Städtenetz, zu dem sich Trier, Metz, Luxemburg und Saarbrücken zusammengeschlossen haben, ist bei vielen Menschen in der Großregion namentliches Niemandsland. Um den Bekanntheitsgrad zu steigern, gibt es neue Projekte, die die Oberbürgermeister der vier Städte vorstellten.

Luxemburg als europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2007 wäre ein nahe liegender Grund, um die umliegenden Städte in der Großregion zu vernetzen. Weitblick haben Trier, Metz, Luxemburg und Saarbrücken allerdings bereits vor rund fünf Jahren bewiesen, als sich das Städtenetz QuattroPole konstituiert hat. Viermal im Jahr treffen sich die vier Oberbürgermeister, um sich über Entwicklungen und neue Projekte auszutauschen. Alternierend gibt es in jeder der beteiligten Städte pro Jahr eine gemeinsame Sitzung, an der Ältesten- und Schöffenräte beteiligt sind. Die diesjährigen Beratungen dieses Lenkungsausschusses fanden in der Europäischen Rechtsakademie in Trier statt, über dessen Ergebnisse der Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer und seine QuattroPole-Partner Jean-Marie Rausch (Metz), Charlotte Britz (Saarbrücken) und Paul Helminger (Luxemburg) informierten. Aus der Vielzahl der Veranstaltungen, die im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt organisiert werden, hat der Ausschuss 20 Projekte ausgewählt, die jeweils von mindestens drei Städten unterstützt werden. Diese sollen als Aushängeschild ein neu definiertes Markenzeichen erhalten, mit dem geworben werden kann: das QuattroPole-Label. Mit der Auszeichnung ist keine finanzielle Förderung verbunden, sondern soll ideelle Unterstützung geleistet werden. Besonders hervorgehoben und gefördert wird allerdings die Ausstellung "Best of Robert Schumann", die als Wanderausstellung in allen Städten die Werke der Gewinner des Robert-Schumann-Kunstpreises aus den vergangenen 15 Jahren zeigen soll. Um die Kulturhauptstadt Luxemburg auch aus den anderen Städten gut erreichbar und somit QuattroPole erlebbar zu machen, werden pünktlich zur Eröffnung des Festjahres am 9. Dezember Sonderbusse nach Luxemburg eingesetzt. Die Metzer und Trierer Verkehrsbetriebe unterstützen die luxemburgischen Straßenbahner außerdem mit zusätzlichen Bussen im innerstädtischen Fahrbetrieb.Baumethoden und Internet-Sprachkurse

Als weiteres neues Projekt des QuattroPole-Angebots soll das Thema "energiesparendes Bauen" als Weiterentwicklung der Energietouren in Kooperation mit den Handwerkskammern in den Partnerstädten etabliert werden. Der sprachlichen Verständigung der Nachbarn in der Großregion wird im Projekt e-learning Rechnung getragen. Der Internet-Sprachkurs, dessen dritte Lektion mittlerweile online ist, vermittelt Grundkenntnisse der luxemburgischen Sprache, könnte aber auch auf Französisch- und Deutschkurse ausgeweitet werden. Die Volkshochschulen sollen zukünftig das Angebot begleiten. Austausch soll Bekanntheit fördern

Dennoch haben sich die Stadtoberhäupter und der Lenkungsausschuss darauf verständigt, intensivere Öffentlichkeitsarbeit betreiben zu wollen, nachdem eine Studie von Trierer Studenten zum Bekanntheitsgrad von QuattroPole zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen sei, so Schröer: "Wir haben keine Chance in Europa, wenn es uns nicht gelingt, den Informationsaustausch zu verstärken." Auch in den drei anderen Städten soll unter diesem Gesichtspunkt geforscht werden. Neben Pressereisen in die Regionen ab Oktober stehen ein Au-pair-Austauschprogramm und der Austausch auf touristischem Gebiet auf der Agenda. Außerdem sollen an den Ortseingängen der vier Städte Schilder mit Hinweis auf die Mitgliedschaft im QuattroPole-Netz informieren.

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