Queen Angie und die Lösung der Euro-Krise

Queen Angie und die Lösung der Euro-Krise

Für Robert Griess ist die Bundestagswahl eine Steilvorlage. Gruppiert der Kölner Kabarettist doch seine neue Tour "Ich glaub\', es hackt!" rund um den Politthriller in Berlin. Besonders viel Spaß hatten die Zuschauer in der Trierer Tufa, als er sich in einen Grünen, einen BWLer und seine Kunstfigur Stapper verwandelte.

Trier. Noch einmal vier Jahre Mutti als "Staatsratsvorsitzende der BRD". Der Kölner Kabarettist Robert Griess ist enttäuscht von den Ergebnissen der Bundestagswahl. Was soll jetzt noch kommen? Wird Bundeskanzlerin Angela Merkel 2014 zur Königin Europas gekrönt, zu Queen Angie? Klar, erachte sie doch alles, was sie selbst tut, als alternativlos. "Das zeigt einen Mangel an Fantasie", bemerkt Griess. Kein Wunder, drehe sich doch bei ihr als Chemikerin alles um Moleküle statt um Gefühle. Und wenn sie jemandem ihr "vollstes Vertrauen" ausspricht, sei das ein Todesurteil.
Griess zieht den Mundwinkel herunter, schaut betrübt drein, formt die Hände zur Merkel-Raute: "Die sieht doch aus wie die Schwester von Dieter Hallervorden", sagt er, "Palim-Palim!" Gelächter und lauter Applaus von den mehr als 80 Zuschauern. Sie verfolgen jede Regung, jede Geste, jeden Blick von Griess, der kaum eine Sekunde still steht.
Euro-Krise? Griess hat die Lösung. Sein Vorbild für Europa: Bayern München. Holländer, Franzosen, Belgier, Österreicher, Spanier, Italiener - alle spielen in einer Mannschaft. "Und es funktioniert, die haben das Triple gewonnen." Wie im Fußball sollte es auch eine Transferbörse für Politiker geben. Schließlich liege die ganze FDP brach. Warum also nicht Fipsi Rösler nach Griechenland verkaufen? Fix gelöst auch die Koalitionsfrage. Wenn Claudia (Roth) Ministerin ist, werde sie an vorderster Linie in Gorleben demonstrieren - mit Mütze und Schal mutiert Griess zum Ur-Grünen Jörg. Um später auf die Piraten zu schimpfen: "Lauter Waldorfkinder, die von der Fingerfarbe direkt aufs iPod umgestiegen sind". Und die heutige SPD wäre nichts, "wenn nicht einmal so ein cooler Typ Willi (Brandt) gewesen wäre".
Und dann zieht Griess Jackett und Krawatte aus, verwandelt sich in den kölschen Assi Stapper und ist in seinem Element und auf Revolte aus. Als Hartz-IV-Empfänger kritisiert er die Straffreiheit bei Selbstanzeigen von Steuersündern. Ein Dieb könne auch nicht geklaute Klamotten umtauschen, weil sie nicht passen. Überhaupt sei in Köln alles anders. Dort würden Leute wie Hoeneß gar nicht erst angezeigt, sondern Ehrenpräsident der Roten Funken und genössen Immunität. mehi

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