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Rad-Verkehrskonzept für Kreis Trier-Saarburg: Unfallzahlen und Analyse

Verkehr : Wo auf Radler im Kreis Trier-Saarburg Gefahren lauern

Parkende Autos und zu enge Straßen führen oft zu Fahrradunfällen im Kreisgebiet. Ein Zwischenbericht zum Radverkehrskonzept bringt Erkenntnisse dazu, welche Orte besonders betroffen sind und wo es am meisten Nachholbedarf gibt.

Zwei Fahrräder fahren am 23. November hintereinander auf der L 141 bei Föhren Richtung Schweich. Kurz vor der Abzweigung der L 48 Richtung Föhren werden sie von einem Auto überholt. Sekundenbruchteile später biegt der Wagen rechts ab – nur Zentimeter vor den Radfahrern. Dass in dieser Situation nichts weiter passiert, ist pures Glück. Doch solche Szenen spielen sich oft dort ab, wo sich Radfahrer mit Autos die Spuren teilen müssen. Um solche typischen Gefahrensituationen zu vermeiden, hat der Kreis Trier-Saarburg im April das Fachbüro Stadt-Land-plus mit der Erstellung eines Radverkehrskonzept beauftragt. Ziel ist es, den Kreis für Radfahrer sicherer zu machen. Ein erster Schritt ist erledigt: Eine Analyse von Unfällen mit Radfahrerbeteiligung aus den Jahren 2017 bis 2019 im Kreisgebiet liegt vor.

Wie viele Unfälle gab es?

Laut Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, hat das Büro insgesamt 138 Unfälle im Landkreis mit Fahrradbeteiligung erfasst. Bei 36 dieser Crashs wurden Menschen schwer verletzt.

Welche Straßen sind besonders gefährlich?

Über die Unfälle mit Schwerverletzten sagt Müller: „Dabei wurden fünf Hotspots identifiziert: Zehn Unfälle gab es in Schweich in der Brückenstraße, an der B 53 und der L 145. Fünf Unfälle wurden in Konz an der L138 im Bahnhofsbereich erfasst, vier Unfälle in Saarburg am Bahnhof und an der L 138, ebenfalls vier an der 149 in Waldrach sowie zwei Unfälle mit Schwerverletzten an der K 61 und K 62 bei Gusterath.

„Generell sind die Stadtgemeinden Saarburg (15 Unfälle), Schweich (18) und Konz (25) überproportional betroffen“, führt der Pressesprecher weiter aus. Allgemein heißt es: „Entlang der Landes- und Bundesstraßen, die durch Städte verlaufen, lassen sich zudem einige Fahrunfälle erkennen. Fehlende oder mangelhafte Radverkehrsanlagen an Bundes-, Kreis- und Landesstraßen stellen ein häufiges Problem dar.“

Was sind die größten Gefahren für Radfahrer?

Eine weitere Erkenntnis: Vor allem parkende Autos führen zu Unfällen mit Radlern. „Der hohe Anteil an Unfällen im Längsverkehr verdeutlicht, dass auf vielen Straßen nicht genügend Platz für Radfahrer vorhanden ist“, lautet eine erste Schlussfolgerung. „Außerdem müssen besonders Kreuzungen sicherer gestaltet werden, um die Anzahl der Einbiege-/Kreuzen-Unfälle zu senken.“ Ferner komme es oft zu Unfällen an Knotenpunkten. „Hier sind besonders Konflikte mit parkenden Autos und Fahrunfälle in den Städten wie Saarburg, Konz, Schweich oder Hermeskeil verortet“, erklärt die Verwaltung in einer Sitzungsvorlage. Besonders in Wohngebieten vor Häusern komme es zu Unfällen aufgrund von parkenden Autos. „Abbiege-, Kreuzungs- und Einbiegeunfälle treten vermehrt an Kreisverkehren oder an Kreuzungen, wo sich Landes- und Bundesstraßen kreuzen, auf“, erklärt die Verwaltung.

Wie geht der Kreis weiter vor?

Anfang kommenden Jahres soll laut Müller bei einem gemeinsamen Termin mit Polizei und Verkehrsbehörden erörtert werden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. „Die Behebung beziehungsweise Entschärfung der Gefahrenstellen hat oberste Priorität“, sagt er. Vorab seien die zuständigen Stellen bereits über die Unfallanalyse informiert und um Prüfung gebeten worden, ob und inwieweit Handlungsbedarf bestehe.

Das Ziel insgesamt beschreibt der Pressesprecher so: „Mit dem geplanten Radverkehrskonzept soll insbesondere der Aufbau eines Radwegenetzes für den Alltagsradverkehr ermöglicht und durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.“ Aus einer Bestandsaufnahme und Mängelanalyse sollen eine Maßnahmenplanung sowie ein Maßnahmenprogramm erstellt und mit einer Kostenschätzung und Priorisierung der Maßnahmen versehen werden. Im Rahmen des Teilkonzeptes sollen auch sichere Radabstellanlagen im Kreis geprüft werden.

Was sagt die Polizei?

Die Ausweisung getrennter Fahrbahnen, Rad- und Fußwege bezeichnet die Polizei als „Idealvorstellung“. Unfallschwerpunkte sind laut Polizei-Pressesprecher Uwe Konz weder im Kreis Trier-Saarburg noch in der Stadt Trier zu verzeichnen. „Es zeigt sich jedoch, dass sich ein Großteil der Verkehrsunfälle auf den Radwegen der Mosel und Saar ereignet“, sagt Konz. Die Unfälle verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet Trier. Der Polizist empfiehlt allgemein die Trennung der Verkehrsbereiche. So könnten Unfälle verhindert und Konfliktsituationen vermieden werden. Weiter führt er aus: „Im Hinblick auf die Unfälle auf den Fluss-Radwegen würde vermutlich ein breiterer Ausbau zur Verringerung der Unfälle beitragen. Auch hier entstehen Konfliktflächen zwischen Radfahrenden untereinander beziehungsweise zwischen Radfahrenden und Fußgängern.“