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Rätsel um Taxihund gelöst: Besitzer meldet sich

Rätsel um Taxihund gelöst: Besitzer meldet sich

Der Besitzer des Belgischen Schäferhunds, den ein Taxifahrer zum Trierer Tierheim gebracht hatte, hat sich zu erkennen gegeben. Er habe aus einer Notlage heraus gehandelt, erklärte der Mann. Der Hund wird weitervermittelt.

Die Geschichte löste Verwunderung und Rätselraten aus: Vor knapp zwei Wochen erschien ein Taxifahrer mit einem Hund im Tierheim Trier-Zewen. Er erzählte, der Begleiter des Hundes sei unterwegs plötzlich ausgestiegen und weggelaufen. Er habe ihm 100 Euro im Taxi zurückgelassen und ihn aufgefordert, den Hund im Tierheim abzugeben. Die verdutzten Mitarbeiter des Heims nahmen den Hund in die Einrichtung auf.

Erst der TV-Bericht über den Fall führte zur Aufklärung. Ein Bekannter des zunächst unbekannten Hundebesitzers meldete sich nämlich beim Tierheim, so dass ein Kontakt zustande kam. Die neue Version der Geschichte hört sich etwas anders an: In Wirklichkeit wartete der Besitzer von "Casper" vor Ort in einiger Entfernung, bis sein Hund sicher im Tierheim untergebracht war.

"Wegen seiner derzeitigen schwierigen Lebenssituation musste er sich von seinem Hund trennen", sagt Gisela Kohr, Pressesprecherin des Tierschutzvereins Trier und Umgebung (Träger des Tierheims in Zewen). "Der Mann selbst hat es nicht übers Herz gebracht, seinen Hund im Tierheim abzugeben. Deshalb wählte er die ungewöhnliche Art mit dem Taxi."
Anzeige hat sich erledigt


Inzwischen hat der Trierer einen sogenannten Abgabevertrag unterschrieben. Darin gibt er an, der bisherige Besitzer von Casper zu sein, jedoch künftig auf alle Rechte an dem Hund zu verzichten. Bis auf Weiteres gehört Casper nun dem Tierschutzverein, der auch die entsprechenden Unterlagen wie den Impfpass hat.
Eine mögliche Anzeige bei der Polizei hat sich damit erledigt, denn "jetzt hat alles seine Ordnung", stellt Gisela Kohr fest. Abgabeverträge werden üblicherweise geschlossen, wenn Menschen ihr Haustier aus bestimmten Gründen nicht mehr halten können. Typischer Fall: Der bisherige Besitzer stirbt, die Angehörigen sehen keine Möglichkeit, das Haustier dauerhaft bei sich aufzunehmen.

Bei Casper handelt sich um einen erst sieben Monate alten Mischling, vermutlich zwischen den Rassen Malinois (Variante des Belgischen Schäferhunds) und Deutscher Schäferhund. Diese Tiere gelten als hochintelligent, brauchen viel Bewegung und Beschäftigung.

"Casper hat sich gut integriert und läuft im Rudel mit", erzählt Anja Oberhausen, Leiterin des Tierheims. Ob der Rüde wie die meisten Hunde im Tierheim kastriert wird, steht noch nicht fest: "Es haben sich mehrere Interessenten gemeldet, so dass Casper vielleicht bald ein neues Zuhause bekommt."
Aktuell warten im Tierheim Zewen etwa 40 Hunde, 130 Katzen und 30 Kleintiere auf ein neues Zuhause. Auf der Internetseite www.tierheim-trier.de stehen Fotos und Infos. cus