Räuber, Zauberer und Geschenke

TRIER-SÜD. Die Großmutter sperrt den Räuber Hotzenplotz ein, der Wachtmeister Dimpflmoser versinkt fast im Sumpf – und der Nikolaus kommt. Zahlreichen Kindern bot der "Förderverein krebskranker Kinder" eine wunderschöne Weihnachtsfeier.

In der Festhalle Trier-Süd am Bach duftet es nach Tannenzweigen und Kaffee, es herrscht ein munteres Durcheinander von Kindern und Eltern. Gemeinsam mit der "Karnevalsgesellschaft Trier-Süd" und dem Kleingartenverein hat der "Förderverein krebskranker Kinder" zur Weihnachtsfeier geladen. Bald heißt es: Bühne frei für den Räuber Hotzenplotz! Die Kinder gehen lebhaft mit bei der turbulenten Geschichte um den offenbar bekehrten Räuber, den Kasperl, den Seppl, die Großmutter, aber auch eine Wahrsagerin und einen Hund mit Krokodilschwanz.Theater mit Kunststücken

"Hört auf!" ruft ein kleiner Junge, als der Räuber entschlossen seine Waffen im Moor versenkt. Und mit "aaah" und "oooh" quittieren die Kinder vor der Bühne die Kunststücke des Zauberers Werner Franzen der KG Trier-Süd, der sie in den Pausen unterhält.

"Das ist toll, das Theater hier!" strahlt Laura (8), die schon seit mehreren Jahren dabei ist. "Ich fand es lustig, dass Kasper keine Schuhe und Strümpfe anhatte", sagt Nico (7). Dass die Waffen weggeworfen wurden, findet er "cool". "Man kann froh sein, wenn man gesunde Kinder hat", meint Krankenschwester Sandra Faldey, die den Förderverein krebskranker Kinder unterstützt. Er helfe den betroffenen Familien, mit der schwierigen Situation umzugehen. "Oft bleiben Eltern allein mit ihrer Angst." Vor einigen Jahren wurde Familie Pieper mit der Diagnose "Lymphdrüsenkrebs" konfrontiert: Der achtjährige Sohn war erkrankt. "Für meine anderen drei Kinder hatte ich kaum noch Zeit", erinnert sich Heike Pieper. "Sie wussten nicht was los ist, der Papa machte sich ja auch Sorgen. Mein Leben war zwischen Krankenhausbett und Arbeit, vor allem wegen der Komplikationen." Woher sie die Kraft zu allem nahm, weiß sie nicht. "Immer wieder wurde mir der Boden unter den Füßen weggezogen; es war schwer, mich selbst zu motivieren." Pater Aloys Hülskamp von Don Bosco habe ihr sehr geholfen. Der Junge ist mittlerweile wieder gesund - "Gott sei Dank."

Mit Nikolaustüten und Geschenken gehen die Kinder heute nach Hause. Der "Förderverein krebskranker Kinder" freut sich über eine großzügige Spende: Die Jugendgruppe Greimerath überreichte feierlich 700 Euro.

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