Ran an die Mitbestimmung!

Die Kandidatensuche fürs nächste Jugendparlament läuft. Interessierte können sich bis 1. November bewerben.

Trier Wer Triers Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Angelika Birk mal so richtig ärgern will, der muss nur die Begriffe Jugendparlament und Alibiveranstaltung in einem Atemzug nennen. Man würde ihr auch Unrecht tun, denn das Jugendparlament, das unter ihrer Federführung ins Leben gerufen wurde, ist eine funktionierende Institution. Sinn und Zweck: Trierer Kinder und Jugendliche sollen in ihrer Stadt mitreden und mitentscheiden.
Appetit machen auf Demokratie, Interesse an Stadtpolitik fördern - diesen Grundsatzbeschluss hat der Stadtrat 2009 gefasst. Am 20. Januar 2012 konstituierte sich die Jugendvertretung. Der damals zum ersten Vorsitzenden gewählte Louis-Philipp Lang (24), heute Bauingenieursstudent, hat gute Erinnerungen: "Die Arbeit hat nicht nur riesigen Spaß gemacht. Wir haben auch etwas bewegen können. Basis war eine große Umfrage, die wir gemacht haben um herauszufinden, was die jungen Trierer überhaupt wollen." Seine Resümee: "Ich glaube, die vielen Sitzungen, die wir mit Stadtrat und Ausschüssen hatten, haben mit dazu beigetragen, dass Trier jugendfreundlicher geworden ist." Eine Errungenschaft sei der Erhalt der Skatehalle in der Aachener Straße gewesen.
Eine weitere Entscheidung der Premierensitzung: Das Gremium gab sich den Namen Jugendparlament (Jupa), der bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht festgelegt war. Lang: "Zur Diskussion stand unter anderem auch Jugendrat. Aber dafür fand sich keine Mehrheit."
Die Mitglieder des Jugendparlaments werden alle zwei Jahre neu bestimmt. Jetzt ist es wieder soweit. Die Vorbereitungen für die bislang vierte Jupa-Wahl sind angelaufen.
Zuerst gilt es, Kandidaten zu finden für die Wahlen, die am 28./29. November und 8./9. Dezember stattfinden. Die Bewerber auf einen der 22 Plätze müssen am 9. Dezember zwischen zehn und 17 Jahre alt sein und in der Stadt Trier wohnen. Diese Kriterien gelten auch für die Wahlberechtigten.
Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann bis zum 1. November seine Bewerbung ans Wahlamt Trier schicken oder dort abgeben. Bestandteil der Unterlagen sind die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten sowie fünf Unterstützern von anderen wahlberechtigten Kindern und Jugendlichen. Die Bewerbungsunterlagen (als Download) und mehr Informationen gibt es im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.jugendwahl-trier.de" text="www.jugendwahl-trier.de" class="more"%>
An den vier Wahltagen können die rund 6500 Teilnahmeberechtigten jungen Triererinnen und Trie rer (die eine Benachrichtigung erhalten) ihre Stimme in einem öffentlichen Wahlbüro abgeben; darüber hinaus sollen Wahlbüros auch in Schulen eingerichtet werden.
Wo genau gewählt werden kann, ist noch nicht klar. "Aber wir werden Anfang November die Standorte bekanntgeben", kündigt Bürgermeisterin Birk an. Der Tag der Auszählung ist Freitag, 8. Dezember. In der darauf folgenden Woche gibt der Wahlausschuss die Besetzung des Jugendparlaments 2018-2020 bekannt. Die erste Sitzung soll im Februar sein.
Wer dem derzeitigen Jugendparlament unter Vorsitz von Jonas von der Groeben (17) bei der Arbeit zusehen will: Die nächste Sitzung ist am Freitag, 15. September, 16 Uhr, im großen Rathaussaal am Augustinerhof. Darin zieht das Jupa eine Bilanz seiner jüngsten Veranstaltungen: Völkerball-Cup, Open-Air-Kino auf dem Tufa-Gelände und Podiumsdiskussion "Blickpunkt" im Angela-Merici-Gymnasium (AMG) mit Kandidaten der Bundestagswahl am 24. September.

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